Kommunen im Altkreis Wolfhagen haben unterschiedliche Regelungen

Vorfälle mit agressiven Hunden  sorgen für Ruf nach Anleinpflicht

Besser an der Leine: Weil freilaufende Hunde unberechenbar sind, sollten Sie in Straßennähe angeleint werden. Foto: Jens Büttner/dpa

Wolfhager Land. Ein Dobermann-Mischling verletzte zwei Mal hintereinander Grundschulkinder in Süsterfeld-Helleböhn und Harleshausen, ein  Schäferhundmischling hat in Waldau einen Terrier totgebissen. Die Vorfälle heizen nun die Diskussion um eine generelle Anleinpflicht an. 

Eine Anleinpflicht für komplette Ortschaften sei rechtlich nicht durchsetzbar, sagt Helmut Rupp vom Ordnungsamt Wolfhagen. Seit 2009 müssten die Kommunen explizit Bereiche auflisten, in denen eine Leinenpflicht gelte. Das hat die Stadt gemacht und in der Gefahrenabwehrverordnung vor allem für belebte Bereiche wie die Altstadt, Parkanlagen und im Bereich von Spielplätzen eine Anleinpflicht verhängt. Dies gilt auch für ausgewiesene Bereiche in den Stadtteilen. Während in Naumburg, Habichtswald und Bad Emstal keine Anleinpflicht gilt, haben Zierenberg und Breuna, ähnlich wie in Wolfhagen, eine Anleinpflicht in ihren Satzungen verankert. Außerhalb der Ortslagen gilt keine Anleinpflicht.

Aus Sicht von Doreen Kronier, Hundetrainerin aus Wolfhagen, sollten Hundehalter ihre Tiere in der Ortschaft aus Verantwortungsgefühl grundsätzlich an der Leine behalten. Auch ihrem Vierbeiner zuliebe.

Selbst auf einen gut erzogenen Hund, der sicher bei Fuß gehe, könne man sich nicht hundertprozentig verlassen. „100 mal geht es gut, beim 101 Mal sieht er eine Katze, bekommt Angst vor einem anderen Hund oder erschreckt sich vor etwas und läuft auf die Straße.“ Das Unfallrisiko sei zu hoch.

So einen Fall habe es vor einiger Zeit in Wolfhagen gegeben, als ein Hund einen Unfall verursachte, weil er sich erschreckt hatte und auf die Straße sprang. Der Hund war tot, die Autofahrerin glücklicherweise unverletzt.

Letztlich gehe es beim Anleinen auch um Respekt anderen gegenüber. Manche Menschen hätten eine Hundephobie und würden sich einfach sicherer fühlen, wenn der Hund an der Leine sei, so die Hundetrainerin.

Außerhalb der Ortslage könne sich der Hund ja ohne Leine ausreichend austoben, meint Doreen Kronier.

Allerdings müsse er sich dabei im Einflussbereich seines Besitzers befinden und jederzeit abrufbar sein, so Uwe Zindel vom Forstamt Wolfhagen. Dies gelte in Wald und Flur außerhalb geschlossener Ortschaften. In den Kommunen Habichtswald, Bad Emstal und Naumburg, die keine spezielle Anleinpflicht in ihren Satzungen verankert haben, gilt das Landesrecht. Danach gibt es einen Leinenzwang bei öffentlichen Veranstaltungen sowie auf Versammlungen und Festen aller Art.

Auch auf Messen, sowie in Gaststätten und öffentlichen Verkehrsmitteln, muss der Hund angeleint sein. In Parks dürfen Hunde laufen, wenn es nicht per Schild verboten ist. In Breuna müssen Hunde auf öffentlichen Verkehrsflächen und in öffentlichen Anlagen angeleint werden.

In Zierenberg gilt Leinenzwang auf Kinderspiel- und Bolzplätzen, in Parkanlagen, auf öffentlichen Straßen, bei Umzügen, Versammlungen unter freiem Himmel, Aufzügen, Volksfesten, Messen und Märkten.

In Wolfhagen gilt die Leinenpflicht für spezielle Bereiche und Straßen. Näheres dazu unter https://zu.hna.de/Leinenzwang

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