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„Seehofer am Galgen“: Vorsitzender des Wolfhager SPD-Ortsvereins erzürnt Junge Union

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Um diesen Post des Wolfhager SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Volker Schnegelsberg zu einem Artikel von Spiegel Online geht es.

Wolfhagen. Die Junge Union in Wolfhagen ist sauer auf den Vorsitzenden des Wolfhager SPD-Ortsverein Volker Schnegelsberg. Der hatte unter einem Spiegel-Online-Beitrag erklärt, „ein Bild von Seehofer am Galgen wäre lustiger“ als Kreuze an den Wänden bayrischer Amtsstuben.

„So jemand gehört nicht ins Wolfhager Stadtparlament“, heißt es vonseiten der JU. Volker Schnegelsberg sagt: „Symbolhaft würden Seehofer viele gern als Bild am Galgen sehen, das heißt, weg von der Politik.“

Mittlerweile habe er den Post gelöscht, „um etwas Aufregung aus der Sache zu nehmen“. Die Junge Union und die CDU versuche, einen Monat vor der Hessen- und Bayernwahl Meinungen und Kommentare der politischen Gegner zu durchforsten und daraus Kapital zu schlagen. „Ich könnte Ihnen morgen zehn Kommentare schicken, wo die JU oder andere den politischen Gegner diffamieren“, erklärte Schnegelsberg. Solange eine bestimmte Grenze, auch die künstlerische, eingehalten werde, sei das zu akzeptieren. Das sieht JU-Vorsitzender Daniel Rudenko ganz anders. „Herr Schnegelsberg ist schon öfter mit Facebook-Kommentaren aufgefallen, die die Grenze des guten Geschmackes überschreiten, aber das geht zu weit!“ Rudenko sei es völlig unverständlich, dass die SPD einen Wolfhager Stadtverordneten in ihren Reihen akzeptiert, der „Lynchjustiz oder die Todesstrafe“ mit dessen Forderung verharmlose. Mit Blick auf eine Vorbildfunktion, die auch kommunale Amtsträger wahrzunehmen hätten, sieht die JU die SPD-Fraktion in Wolfhagen in der Pflicht ihren Umgang mit Schnegelsberg zu überdenken; auch im Hinblick auf dessen Tätigkeit als Vorsitzender des Ortsverein der Wolfhager SPD.

Timon Gremmels, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Kassel-Land, erklärte, dass sich die SPD Kassel-Land von „dieser geschmacklosen Entgleisung distanziere“.

SPD Unterbezirk Kassel-Land distanziert sich von Schnegelsberg

Die Junge Union Wolfhagen ist entsetzt über einen Facebook-Post vom Wolfhager SPD-Ortsvereinvorsitzenden Volker Schnegelsberg. Schnegelsberg moniert eine Bebilderung eines Spiegel-online-Artikels, der symbolhaft eine Parlamentssitzung zum Thema Kruzifixe in bayerischen Amtsstuben zeigt und fordert „ein Bild von Seehofer am Galgen wäre lustiger“. Direkt nach dem Einwand der Jungen Union und darauf angesprochen, löschte Schnegelsberg den Eintrag wieder, um – wie er sagte – Aufregung aus der Sache zu nehmen. 

Timon Gremmels, Vorsitzender des SPD Unterbezirks Kassel-Land, reagierte umgehend auf die Nachfrage der HNA und erklärte: „Die Kommentierung unter dem Spiegel-Artikel über seine private Facebookseite ist eine geschmacklose Entgleisung, von der sich die SPD Kassel-Land klar und deutlich distanziert. In der politischen Auseinandersetzung darf es gerne auch mal schärfer zugehen, aber hier wurde eine Grenze überschritten. Herr Schnegelsberg hat seinen Kommentar inzwischen gelöscht und in einem Gespräch mit mir seine Entgleisung bedauert und sich dafür aufrichtig entschuldigt.“ Dieser Aussage Timon Gremmels schließt sich auch Dieter Lengemann, Chef der SPD-Kreistagsfraktion im Landkreis Kassel, auf Nachfrage an. 

Schnegelsberg beschwichtigte zunächst „naja, es gibt wirklich wichtigere Dinge“ und rechtfertigte seinen Kommentar im Spiegel-Artikel, dass die CSU versuche in Bayern, durch das Aufhängen von Kreuzen den Menschen klarzumachen, dass der christliche Glaube bestimmend und wegweisend sei. Aber selbst den Kirchen sei der Versuch, mit Religion Politik zu machen, zu peinlich. „Auf der anderen Seite ist der Schuldige dafür (Horst Seehofer) vor allem nach der Causa des Verfassungsschutz-Chefs Hans-Georg Maaßen, der wohl derzeit unbeliebteste Politiker in Deutschland. Und nur aus diesem Grund würden ihn viele gerne symbolhaft am Galgen sehen, also quasi als Ausstieg Seehofers aus der Politik“, erklärte Schnegelsberg. 

„Das geht zu weit“, erklärte der Bad Emstaler Kommunalpolitiker Daniel Rudenko, Vorsitzender der Jungen Union Wolfhagen. Schnegelsberg habe schon öfter die Grenze des guten Geschmacks überschritten. So habe dieser in einer Diskussion auf Facebook den Landratskandidaten Patrick Weilbach (CDU) diffamiert anstatt konstruktive Argumente vorzubringen, erklärte Rudenko. „Auch Kommunalpolitiker sollten in ihrer Wortwahl im Internet vorsichtig sein“, so Rudenko in seiner Stellungnahme.

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