Hessen Forst legt acht Prozent der Bestände still

Naturschutz: Wald im Landkreis ist wilder geworden

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Wolfhager Land. Zugunsten des Naturschutzes soll der Anteil der landeseigenen Waldflächen, auf denen Pflege und Holzernte unterbleiben, auf acht Prozent erhöht werden.

Diesen Auftrag der hessischen Landesregierung aus der Koalitionsvereinbarung 2013 hat Hessen Forst zum Ende dieses Jahres in Kooperation mit Naturschutzverbänden und Behörden abgearbeitet. „Wir befinden uns gerade auf der Zielgeraden, die Ergebnisse sollen im ersten Halbjahr 2016 vorliegen“, erklärt Petra Westphal von Hessen Forst in Kassel.

Der Naturschutz spiele für Hessen Forst schon viel länger eine wichtige Rolle. So betreibe man seit den 1990er-Jahren naturnahe Waldwirtschaft, die Naturschutzbelange integriere – unter anderem mit der Ausweisung von alten oder abgestorbenen Habitatbäumen, die Lebewesen Rückzug und Lebensgrundlage bieten würden. „Zusätzlich wurden schon in den vergangenen Jahren 6,2 Prozent der Fläche stillgelegt“, erklärt Westphal.

Das Forstamt Wolfhagen, zuständig für den Staatswald im südlichen Landkreis Kassel, hat seine Hausaufgaben längst erledigt. „Unser Ausgangswert lag ohnehin schon bei sieben Prozent“, erklärt Forstamtsleier Uwe Zindel. 405 Hektar wurden damit nicht mehr bewirtschaftet. Um die acht Prozent zu erreichen, seien in diesem Jahr rund 45 Hektar dazu gekommen. Die finden sich vorwiegend im Staatswald bei Ippinghausen. Ein Großteil der Naturschutzflächen liegen im Habichtswald. „Wir haben viele kleinere Bereiche ausgewiesen, um unser Trittsteinkonzept weiterzuverfolgen.“ Trittsteine verbinden die Naturwaldreservate und sollen den verschiedenen Arten Brücken bauen.

Daneben gebe es aber auch andere Pflanzen, Tier- und Insektenarten, die wiederum von gepflegten und bewirtschafteten Wäldern profitietierten, erklärt Hessen Forst-Sprecherin Peter Westphal.

Hintergrund

Hilfe fürs Ökosystem Waldflächen, die aus der Bewirtschaftung heraus fallen, werden als Kernflächen bezeichnet. Sie sollen dem Ökosystem Wald und den dort vorkommenden Pflanzen und Tieren dienen. Damit auch für jedermann erkennbar ist, dass es sich hier um Naturschutzflächen handelt, sollen die Bereiche im nächsten Jahr gekennzeichnet werden. Ob per Schild oder in anderer Form steht noch nicht fest. Das Betreten des Waldes unterliegt beim Spaziergang entlang von Kernflächen keinen besonderen Einschränkungen. Um den Lebewesen die Möglichkeit zu geben, sich zurückzuziehen, empfiehlt es sich jedoch die gekennzeichneten Wege nicht zu verlassen. (ewa)

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