Noch keine Alarmstufe

Waldbrandgefahr in Wolfhager Land steigt durch Trockenheit

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Wasser marsch: Nick Bachmann gießt die Bambuspflanzen beim Gartencenter Bachmann in Wolfhagen. Das Unternehmen verbrauchte 2018 bereits 150 Kubikliter Wasser, sonst benötigen sie 60 bis 70 Kubikliter im Jahr. 

Wolfhager Land. Akute Waldbrandgefahr besteht derzeit im Forst des Wolfhager Landes. Weil es seit Tagen nicht geregnet hat, ist der Boden trocken und die Pflanzen leiden unter Wassermangel.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gibt für Nordhessen bereits die Stufe vier, hohe Gefahr, im Waldbrandgefahrenindex an. Auch der Grasland-Feuerindex stieg von der mittleren auf die hohe Gefahrenstufe. Unter www.wettergefahren.de informiert das Ministerium über den aktuellen Gefahrenindex.

„Das Risiko ist hoch, wenn die Leute unachtsam sind“, sagt der Wolfhager Stadtbrandinspektor Frank Brunst. Bereits in der vergangenen Woche brannte bei Bodenhausen ein Getreidefeld, die HNA berichtete darüber.

Die Situation sei erheblich angespannt, sagt auch Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. „Wir haben flächendeckend eine mittlere bis hohe Waldbrandgefahr mit der Tendenz zur Verschärfung.“ Im Oberboden sei kaum noch Feuchtigkeit und eine Verbesserung erst mal nicht in Sicht. Es sei noch keine Alarmstufe ausgelöst, weil die Kraut- und Strauchschicht sowie die Jungbäume noch grün und nicht vertrocknet seien. Das verschaffe ein klein wenig Erleichterung.

„Besonders gefährlich sind die aufgearbeiteten Windwurfflächen“, sagt Zindel. Dort lagere viel trockenes Reisig, das schnell entzündbar sei und somit besondere Aufmerksamkeit erfordere.

Waldbrände seien besonders schwierig für die Feuerwehr, da sie schwer kontrollierbar seien und sich schleichend ausdehnen, erklärt der Forstamtsleiter. Für die akute Waldbrandgefahr könne bereits ein kräftiger Gewitterguss Entwarnung geben. Aber für das Wachstum der Pflanzen würde erst ein Landregen, der sich über ein bis zwei Wochen hinzieht, Entspannung bringen.

Appell zur allerhöchsten Aufmerksamkeit

Sowohl der Standbrandinspektor von Wolfhagen, Frank Brunst, als auch der Wolfhagener Forstamtsleiter Uwe Zindel mahnen zur Achtsamkeit. So solle man nicht Grillen auf dem Feld oder offenes Feuer verwenden. „Das Rauchen im Wald ist generell verboten“, erklärt Zindel. Auch Glasscherben sind gefährlich, da durch den Brennglaseffekt ein Feuer entzündet werden könnte. Auch sollten Autos nur auf offiziellen Parkplätzen über Kiesflächen abgestellt werden, da über den Kat trockener Bodenbewuchs entzündet werden könnte. Generell ist darauf zu achten, dass auch im Wald keine Zufahrtswege blockiert werden, sodass die Rettungsdienste im Ernstfall schnell vor Ort sein können. Wer einen Brand entdeckt, sollte ihn sofort unter der 112 melden und genau den Brandort beschreiben. 

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