Wechselunterricht als Lösung

„Warum schützt ihr uns nicht?“: Schüler wehren sich gegen volle Klassen und überfüllte Busse

Abstand Fehlanzeige: Im Schulbusverkehr - wie hier in Wolfhagen - stehen die Schüler dicht gedrängt vor und in den Fahrzeugen. Der Kreisschülerrat protestiert jetzt dagegen.
+
Abstand Fehlanzeige: Im Schulbusverkehr - wie hier in Wolfhagen - stehen die Schüler dicht gedrängt vor und in den Fahrzeugen. Der Kreisschülerrat protestiert jetzt dagegen.

Die Schüler sind wütend: „Alle werden geschützt, nur wir sitzen in Klassen mit 30 Leuten und drängeln uns in Bussen und Bahnen“, sagt Kreisschulsprecherin Ellinor Steinborn aus Kaufungen.

Wolfhager Land - Die Kreisschulsprecherin fordert mit ihrem Team die sofortige Einführung von Wechselunterricht in den Kreisschulen und bessere technische Schutzmaßnahmen. Unterstützt werden die Schülervertreter dabei von den Elternverbänden.

„Wir, als Schülerinnen und Schüler bitten dringend darum, wie der Rest der Gesellschaft geschützt zu werden. Die Frage, ob wir seltener oder gleich häufig betroffen sind, ist letztendlich irrelevant, da die gesundheitlichen Folgen für uns gleich schwer wiegen können. Der Schutz aller Mitglieder der Schulgemeinschaft sollte daher nicht weniger wichtig sein“, schreibt der Schülerrat in einem Forderungsschreiben an das Schulamt, den Nordhessischen Verkehrsverbund, den Landkreis Kassel und das Kultusministerium.

Um die Brisanz der Situation zu unterstreichen, wurden in vielen Schulen des Landkreises am Montag Schilder aufgehangen. Damit will der Schülerrat seine Mitschüler auffordern, Fotos von übervollen Bussen und Bahnen zu machen. „Die sammeln wir und werden dann damit die Verantwortlichen konfrontieren“, erklärt Paul Mensch, stellvertretender Kreisschulsprecher aus Breuna. Es sei kurz vor zwölf, wenn, man auf die Infektionszahlen schaue. In sämtlichen hessischen Landkreisen liege die Inzidenz über der kritischen Marke von 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner. Diese sei im Landkreis Kassel, sowie in der Stadt Kassel, um mehr als das Doppelte überschritten.

„Wir sind der Meinung, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, die es regionalen Instanzen möglich machen, auf das Infektionsgeschehen vor Ort zu reagieren“, so die Kreisschülersprecher. Darüber hinaus sollen Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen, umgehend durch zusätzliche Schutzmittel, unter anderem hochwertige Lüftungsgeräte, vor einem unnötig hohen Infektionsrisiko bewahrt werden. Für solche Anschaffungen seien zehn Millionen Euro von der Landesregierung zugesagt worden. Den Schülern geht es nicht nur um den eigenen Infektionsschutz. Auch die Lehrer und ihr Umfeld seien in Gefahr.

„Die Schüler rennen bei uns offene Türen ein“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Wechselunterricht sei eine gute Lösung und verhindere, dass ganze Klassen ständig in Quarantäne seien. Das Gesundheitsamt müsse dafür grünes Licht geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.