Einreisesperre aufgehoben

Syrische Familie aus Wolfhagen darf wieder zurück nach Deutschland

Familie Keder aus Wolfhagen wurde im März 2021 plötzlich nach Bulgarien abgeschoben. Jetzt dürfen die Kinder Katia und Mervan wieder zurück.
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Familie Kheder aus Wolfhagen wurde im März 2021 plötzlich nach Bulgarien abgeschoben. Jetzt dürfen die Kinder Katia und Mervan wieder zurück.

Nachdem eine syrische Familie aus Wolfhagen nach Bulgarien abgeschoben wurde, dürfen die zwei Kinder nun wieder zurückkehren. Die Einreisesperre ist aufgehoben.

Wolfhagen – Großartige Nachrichten für die nach Bulgarien abgeschobene syrische Familie Kheder: Der Weg nach Deutschland ist frei. Nach Auskunft von Stefan Zindel von der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule, die die Familie seit Monaten unterstützt, wurde am Freitagnachmittag die Einreisesperre von Katia und Mervan Keder aufgehoben.

Damit können die Geschwister nun ein Visum bei der Deutschen Botschaft in Sofia beantragen und dürfen wieder nach Deutschland einreisen.

„Sind so dankbar“: Weg zurück nach Deutschland für Familie aus Wolfhagen frei

Bei den Geschwistern Mervan und Katia Kheder herrschte am Freitag unfassbare Freude: „Wir können es noch gar nicht fassen und sind so dankbar“, sagen sie. Beide erwartet ein Ausbildungsplatz in Wolfhagen, Katia will eine Ausbildung als Altenpflegerin machen, Mervan als Maurer.

Etwas getrübt ist die Freude darüber, dass die Aufhebung der Einreisesperre nicht für die Mutter Azizah Hamou gilt. Doch die Schule, die die Familie mit Spenden finanziell unterstützt, will auch die Mutter nicht im Stich lassen. „Wir kümmern uns weiter“, so Stefan Zindel. Wann Katia und ihr Bruder wieder nach Wolfhagen zurückkehren können hänge jetzt davon ab, wann das Visum erteilt werde.

Große Unterstützung aus Wolfhagen: Syrische Familie darf zurück nach Deutschland

Die Abschiebung der Schülerin Katia sowie ihres Bruders Mervan und ihrer Mutter Aziazh Hamou hatte für einen riesigen Aufschrei in Wolfhagen gesorgt. Die alleinerziehende Mutter und ihre Kinder waren vor den Bomben aus Syrien geflohen und lebten seit mehr als drei Jahren gut integriert in der Stadt. Der Vater gilt als tot.

In der Nacht vom 24. März wurde die Familie von der Polizei abgeholt und nach Bulgarien abgeschoben, obwohl Katia und Mervan bereits Ausbildungsverträge in der Tasche hatten und die Mutter eine Arbeitsstelle im Altersheim antreten wollte. Katia stand kurz vor ihrer Abschlussprüfung zur Mittleren Reife.

Ein breites Unterstützungsbündnis mit der Walter-Lübcke-Schule in Wolfhagen, Offen für Vielfalt, der Diakonie sowie Flüchtlingshelfern kämpfte in den vergangenen sieben Monaten für eine Rückkehr der Familie, die in Wolfhagen voll integriert war und sich ehrenamtlich engagierte. (Bea Ricken)

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