Nach 31 Jahren ist Schluss

Wegen zu wenig Umsatz: Dorfladen in Altenhasungen ist endgültig zu

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Vor einem Jahr wurde der 30. Geburtstag gefeiert: Ende März musste „Unser Laden“ in Altenhasungen schließen. Die Verkäuferinnen von rechts Katrin Nolte und Ann-Cathrin Moik waren bis zuletzt für ihre Kunden da.

Nach 31 Jahren ist der Dorfladen in Altenhasungen nun geschlossen. Grund dafür war zum einen mehrere tausend Euro fehlender Umsatz. Doch auch andere Probleme sorgten dafür.

Altenhasungen – Die Sorge vor der Schließung des Dorfladens in Altenhasungen hatte Bewohner und die knapp 120 Gesellschafter in den vergangenen Jahren umgetrieben. Bis zuletzt hatte man sich gegen das drohende Aus nach Kräften gewehrt. Doch die Kräfte reichten nicht. Ende März musste der Laden nach 31 Jahren geschlossen werden. „Mir blutet das Herz“, sagt Ortsvorsteher Jens Vial.

Ende Januar hatten sich die Gesellschafter während einer Sitzung auf eine Gnadenfrist geeinigt. Im Februar sollte der bis dahin schleppende Umsatz auf 15 000 Euro gesteigert werden. Doch das Ziel habe sich nicht erreichen lassen, und eine neuerliche Gesellschafterversammlung im März habe sich mit einer knappen Mehrheit für die endgültige Schließung des Dorfladens ausgesprochen, sagt Vial rückblickend. „Das ist alles sehr, sehr schade“, zumal mit dem Laden auch ein Treffpunkt für Jung und Alt verschwinde.

Um wirtschaftlich arbeiten zu können, hätten monatlich um die 3000 Euro gefehlt. Die letzten vier, fünf Jahre sei der Laden immer wieder in die negativen Zahlen abgedriftet. Dass die Entwicklung nicht in einem finanziellen Fiasko geendet sei, dafür hätten die Rücklagen gesorgt, die in wirtschaftlich starken Jahren gebildet worden waren.

Mehrere Gründe sorgten für die endgültige Schließung

Am Ende seien es gleich mehrere Gründe gewesen, weshalb das vor drei Jahrzehnten entworfene Modell des Altenhasunger Lädchens zuletzt nicht mehr funktioniert habe. So habe es an Personal gefehlt. Zwei Verkäuferinnen und ein ehrenamtlich tätiger Rentner teilten sich die Arbeiten. Brigitte Bernhold und Christine Lochner – beide Frauen sind über 70 Jahre alt – führten gemeinschaftlich und ebenfalls ehrenamtlich die Geschäfte der Gesellschaft. Man hätte die Arbeiten auf mehr Schultern verteilen müssen.

Mit der verpflichtenden Einfuhr von Scannerkassen hätte die Gesellschaft in der nächsten Zeit auch noch kräftig in die Digitalisierung investieren müssen, sagt der Ortsvorsteher. Und schließlich seien es zu wenige Menschen gewesen, die in dem kleinen Geschäft im Herzen des Dorfes, in dem auch Pakete abgeholt und aufgegeben werden konnten, eingekauft hätten. 

Gegen die große Konkurrenz der vielen Discounter habe der Laden, der zuletzt mehr regionale Produkte und Bio-Ware im Sortiment hatte, keine Chance gehabt. Ein letztes Fünkchen Hoffnung hat Vial aber doch noch. „Vielleicht gibt es in zwei, drei Jahren Menschen, die sich mit einem regionalen Konzept um das Projekt kümmern wollen.“

Die Regale im Dorfladen wurden bereits abmontiert. Bis auf drei große Gefriertruhen habe das komplette Equipment Abnehmer gefunden und wurde verkauft. Der Mietvertrag mit der Stadt Wolfhagen wurde zum 30. April gekündigt.

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