Weitere Unterkünfte für Flüchtlinge im Kreis Kassel geplant

Wolfhager Land. Hessens Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in Gießen platzt aus allen Nähten. Angesichts einer neuen Flüchtlingswelle sind dort aktuell mehr als 7000 Menschen untergebracht.

Seit dieser Woche werden in Marburg Zelte aufgebaut. Damit sollen die Spitzenzeiten des Sommers überbrückt werden.

Der Strom der Flüchtlinge, die von Gießen kommen, bringt die Mitarbeiter im Kreis Kassel zunehmend ins Rotieren. „Jede Woche werden uns rund 30 bis 40 neue Asylbewerber zugewiesen“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Die vorhandenen Flüchtlingsunterkünfte sind so gut wie voll, in der größten in Wolfhagen leben derzeit 300 Menschen. Insgesamt sind derzeit rund 1200 Asylbewerber im Landkreis Kassel untergebracht. Am Ende des Jahres werde die Zahl voraussichtlich auf 1800 Flüchtlinge angewachsen sein.

„Bisher sieht es dennoch nicht so aus, dass wir Zelte oder Turnhallen nutzen müssen“, sagt Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD). Um die Flüchtlinge unterzubringen, sei man jeden Tag auf der Suche nach Wohnungen und weiteren Gemeinschaftsunterkünften. Noch in dieser Woche soll der Vertrag für eine neue Unterkunft unterzeichnet werden. Laut Kühlborn sieht es derzeit gut aus, dass drei weitere im Kreis in absehbarer Zeit dazu kommen. Über die Standorte wolle man beim Landkreis vor der Vertragsunterzeichnung keine Angaben machen.

Obwohl das Land im Januar dieses Jahres den Zuschuss pro Asylbewerber von 520 auf 601 Euro erhöht hat, muss der Landkreis bei jedem Flüchtling zuzahlen. Nach Auskunft von Harald Kühlborn werden für jeden Asylbewerber 850 Euro kalkuliert.

Darin sind neben den Versorgungskosten beispielsweise auch Investitionen in die Unterkünfte, Ausstattung der Zimmer und Betreuungskosten enthalten.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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