Herdenschutzhunde beschützen das Federvieh vor Fuchs und Waschbär

Ihre Herde ist ein Hühnerhaufen: Welpen wachsen mit 4000 Hühnern auf - um sie später zu beschützen

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Hühner sind ihre Freunde: Herdenschutzhündin Ida ist im Umgang mit ihren Schützlingen lammfromm. Anders sieht es aus, wenn sich ein Wildtier den Hühnern nährt.

Familie Hüppe vom Nothfelder Kastanienhof hat zwei Herdenschutzhunde, die ihre Hühnerherde beschützen - und diese beiden haben nun Nachwuchs bekommen. Der ist unglaublich süß.

Ida und Tomte sitzen nicht wie andere Hunde auf dem Sofa, sie kennen weder „Platz“ noch „Sitz“ und schon gar keinen blinden Gehorsam. Ihr Job ist der Schutz der Hühnerherde - und den machen sie gründlich.

Die beiden mächtigen Herdenschutzhunde der Familie Hüppe vom Nothfelder Kastanienhof treffen selbstständig Entscheidungen. Als ein Spaziergänger auftaucht, wird er die gesamte Länge des Auslaufs von den Hunden hinter dem Zaun verfolgt. „Wildtiere wie Fuchs, Marder oder Waschbär trauen sich aufgrund ihrer Präsenz erst gar nicht in die Nähe der Hühner“, sagt Silva Hüppe.

Herdenschutzhunde sollen auch vor Wölfen schützen

Die bisher noch seltenen Herdenschutzhunde werden anderswo auch zum Schutz von Schaf- oder Ziegenherden vor dem Wolf eingesetzt. „Vor gut einem Jahr haben wir bis zu 30 Prozent unserer Hühner durch Wildtiere verloren“, erinnert sich Gerhard Hüppe. Dann hörte er von den auf Hühner konditionierten Hunden. Seit die Herdenschutzhunde beim Federvieh leben, gibt es keine Verluste mehr. Vor acht Wochen sind Tomte und Ida nun Eltern geworden. 

Elf niedliche Welpen, die wie kleine Eisbären aussehen, turnen durch den Auslauf. Schon jetzt sind Hühner ihre besten Freunde. Die Kleinen sind quasi inmitten der Hühner geboren und sehen sie vom ersten Atemzug als ihre Familie an, die zum Rudel gehört. Schon als sie geboren wurden, hat hin und wieder ein Huhn sein Ei in die Wurfkiste gelegt. Später werden sie sie genauso verteidigen wie ihre Eltern. Weil so geprägte Hunde begehrt sind, haben sechs von ihnen schon ein künftiges Zuhause bei Hühnerhaltern.

Kurzclip: Hundewelpen inmitten von 4000 Hühnern

Herdenschutzhunde keine Familienhunde

 „Herdenschutzhunde sind keine Familienhunde, dennoch sind sie nicht aggressiv“, so Gerhard Hüppe. Mit ihren Besitzern dürfen Fremde ihr eingezäuntes Territorium betreten. Misstrauisch behalten sie aber ihre Hühnerherde im Blick.

Herdenschutzhunde, Jagdhunde oder Wachhunde haben in erster Linie andere Aufgaben, als gut mit Kindern und in der Gesellschaft zu funktionieren.

Als letztens beim Tag der offenen Tür eine Gruppe Besucher Hühner beobachtete, die auf den Zaun geflogen waren, kam Tomte sofort an, schnappte sich fürsorglich eins nach dem anderen und setzte es unversehrt wieder nach unten in den Auslauf.

www.unser-kastanienhof.de

Nachwuchs auf dem Kastanienhof: Die Herdenschutzhunde Tomte (im Hintergrund) und Ida haben Welpen bekommen. Die Kleinen wachsen in der Hühnerherde von Silva und Gerhard Hüppe auf.

Gelassenheit und extremer Schutztrieb

Der Einsatz von Herdenschutzhunden als wirkungsvolle Maßnahme der Abwehr von Beutegreifern gewinnt deutschlandweit an Bedeutung. In einigen Bundesländern gibt es Projekte, bei denen Herdenschutzhunde (HSH) verschiedener Rassen wieder in Schafs-und Ziegenherden oder eben für Federvieh eingesetzt werden. Diese Hunde haben einzig die Aufgabe, die ihnen anvertrauten Herden gegen Übergriffe von zwei-und vierbeinigen Räubern zu schützen. 

Herdenschutzhunde nehmen keine Hütefunktion wahr, es gehört nicht zu ihren Aufgaben. Sie sind größer, schwerer und kräftiger als Hütehunde, teilen aber deren Beweglichkeit und Bewegungsfreude nicht. Stoische Gelassenheit, ein gewisses Phlegma im Alltag und eine Gleichgültigkeit gegenüber unbedeutenden Reizen kombiniert mit dem extremen Schutztrieb machen das Wesen dieser Gebrauchshunde aus. Kraft und Größe der Herdenschutzhunde haben sich über unzählige Generationen so entwickelt, dass sie ihren Gegnern mindestens ebenbürtig sind. Quelle: AG Herdenschutzhunde e.V.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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