Arbeitgeber suchen Fachkräfte

Weniger Arbeitslose im Wolfhager Land: Heimische Wirtschaft zeigt sich auch im Juni stabil

Handwerk ist gefragt: Auch Bauhaupt- und Nebengewerbe sucht dringend Fachkräfte. Unser Bild zeigt Dachdecker bei der Arbeit im Landkreis.
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Handwerk ist gefragt: Auch Bauhaupt- und Nebengewerbe sucht dringend Fachkräfte. Unser Bild zeigt Dachdecker bei der Arbeit im Landkreis.

Die Veränderung bei der Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist ist im Wolfhager Land nur marginal.

Wolfhager Land – Von Mai zu Juni ist die Zahl nach Angaben der Agentur für Arbeit um vier auf 803 Personen gestiegen. Die Quote lag im Juni bei 3,7 Prozent. Im Vorjahresmonat hingegen waren 4,6 Prozent aller zivilen Erwerbspersonen ohne Job und damit 185 Frauen und Männer mehr als aktuell. 150 Altkreisbewohner meldeten sich im Juni neu oder erneut arbeitslos, das sind fünf weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig konnten 143 Personen ihre Arbeitslosigkeit hinter sich lassen.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich anderthalb Jahre nach Beginn der Coronakrise stabil. In den Kommunen des Altkreises Wolfhagens hat sich die Erwerbslosenzahl im Vergleich zum Juni vor einem Jahr positiv entwickelt. Die Wolfhager Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit vermeldet einen Rückgang um 185 Personen.

Dieser Trend zeigt sich in ganz Nordhessen: Auch dort gibt es weniger Arbeitslose und wieder mehr offene Stellen. Die Statistik meldet aktuell 16 595 Arbeitslose in Stadt und Landkreis Kassel sowie im Werra-Meißner-Kreis. Das sind 320 weniger als im Mai und 1995 weniger als im Juni 2020. Die Arbeitslosenquote sinkt im Monatsvergleich abermals um 0,2 Punkte auf 5,7 Prozent. Vor einem Jahr waren es 6,4 Prozent.

Arbeitsmarkt im Juni

„Die Juni-Werte stimmen wieder sehr zufrieden, spiegeln sie doch wiederholt die Stabilität der heimischen Wirtschaft wider“, betont Agenturchef Detlef Hesse. Seit Beginn der Pandemie habe sich der regionale Arbeitsmarkt sehr robust gezeigt, was vor allem der starken Nutzung des Kurzarbeitsgeldes zuzuschreiben sei. Sofern nicht ein neuer Lockdown während einer vierten Welle im Herbst das Krisenende verzögere, lasse sich das vorläufige Resümee ziehen: „Diese historische Herausforderung ist von allen Akteuren sehr gut gemeistert worden.“

Die Arbeitslosigkeit in Nordhessen reduzierte sich im Juni sowohl binnen Monats- als auch Jahresfrist.. Gegenüber Mai hätten alle Personengruppen mit leichten Minuswerten von der weiteren Entspannung profitieren können, sagt der Arbeitsmarktexperte.

Im Vergleich zu Juni 2020 sei die erfreuliche Diskrepanz mit minus 10,7 Prozent noch deutlicher ausgefallen und betreffe in erster Linie Jugendliche und junge Erwachsene, Männer und Ausländer. Lediglich bei den über 55-Jährigen sei die Integration in einen Job weniger gut gelungen sei.

Das Stellenangebot legt, so Detlef Hesse, auch im Berichtsmonat im Agenturbezirk wieder zu. Mit jetzt 4350 Offerten erfahre der Pool an Beschäftigungsmöglichkeiten eine Steigerung um 51 Prozent im Jahresvergleich. Es würden vor allem Fachkräfte in Vollzeit für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen gesucht. Den größten Bedarf meldeten der Handel, das Gesundheits- und Sozialwesen, das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe sowie vor allem Zeitarbeitsfirmen.

Im Wolfhager Land ist die Situation ähnlich. Zwar ist der Bestand an Arbeitsstellen im Juni gegenüber Mai um 30 Stellen auf 197 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat jedoch gab es 71 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Juni 41 neue Arbeitsstellen, drei mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 360 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 75. (Antje Thon)

Arbeitsmarktzahlen

Deutschland: Juni 2021: 2,614 Mio. Arbeitslose, minus 73 000 gegenüber Mai 2021. Quoten: 5,7 % gegenüber 5,9 % im Mai 2021 und 6,2 % im Juni 2020.

Hessen: Juni 2021: 177 682 Arbeitslose, minus 4300 gegenüber Mai 2021. Quoten: 5,1 % gegenüber 5,3 % im Mai 2021 und 5,7 % im Juni 2020.

Niedersachsen: Juni 2021: 241 996 Arbeitslose, minus 7610 gegenüber Mai 2021. Quoten: 5,5 % gegenüber 5,7 % im Mai 2021 und 6,0 % im Juni 2020. (gda)

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