Viele Paare heiraten nur noch standesamtlich

Immer weniger kirchliche Trauungen im Altkreis Wolfhagen

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Wolfhager Land. Im Wolfhager Land geht die Anzahl der kirchlichen Trauungen seit Jahren zurück. Die Kirche versucht, den Trend zu stoppen.

In der katholischen Kirche haben sich im vergangenen Jahr nur sechs Paare das Ja-Wort gegeben, erklärt Pfarrer Marek Prus. In der evangelischen Kirche waren es insgesamt 75 Trauungen, sagt Dekan Dr. Gernot Gerlach. Grund dafür seien die vielen Kirchenaustritte in den vergangenen Jahren.

„Wir befinden uns in einer Zeit, in denen es unterschiedliche Lebensentwürfe gibt – da entspricht das kirchliche Angebot zur Eheschließung nicht mehr allen“, sagt er.

Weniger Eheschließungen gibt es im Landkreis Kassel deshalb aber nicht: Die Standesämter in der Region verzeichnen erstmals wieder ein Hoch seit etwa fünf Jahren. Im vorigen Jahr haben sich im Wolfhager Standesamt 177 Paare das Jawort gegeben. Eine vergleichsweise hohe Zahl gab es zuletzt im Jahr 2013, erklärt Maria Hamel, Fachbereichsleiterin des Wolfhager Standesamtes. In den Jahren zuvor lag die Anzahl der standesamtlichen Trauungen bei durchschnittlich 150 Eheschließungen pro Jahr: „Das ist eine leichte positive Entwicklung“, sagt sie.

Die Kirche versuche indessen dem gegenwärtigen Trend entgegenzuwirken: „Wir versuchen, immer mehr auf die Menschen zuzugehen, indem wir die individuellen Wünsche des Brautpaares beim Traugottesdienst einbringen“, sagt Dekan Dr. Gernot Gerlach. In den vergangenen Jahren habe es intensive Diskussion innerhalb der Kirche gegeben, die zu dem Ergebnis geführt haben, dass man die individuellen Bedürfnisse der Paare in den Vordergrund stellen müsse, führt er an. Das setze man beispielsweise um, indem Paare maßgeblichen Einfluss auf die Gottesdienstgestaltung haben – beispielsweise durch Musiker und Solisten, die beim Gottesdienst mitwirken.

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