Weitere Klassen in Habichtswald, Standort Ippinghausen sicher

Wieder mehr Kinder an den Grundschulen im Wolfhager Land

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Standort gesichert: Die Grundschule Ippinghausen hat genügend Schüler. 

Die steigende Zahl der Geburten bleibt im Wolfhager Land nicht ohne Effekt. Nicht nur in den Kitas sind die Plätze rar.

Auch in den Grundschulen füllen sich nach und nach wieder die Klassenräume. Gegenüber dem Schuljahr 2012/13 stieg die Zahl der Grundschüler von 1238 auf inzwischen 1303 an. Und: Der Trend hält an. Mit Blick auf die nächsten zwei Jahre sei keine der zehn Grundschulen im Altkreis von einer Schließung bedroht, die sich mit einer zu geringen Schülerzahl begründen ließe, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel.

Die Lage war vor einigen Jahren deutlich kritischer. So wurde der Standort Oberelsungen aufgegeben. Auch in Ippinghausen wurde zuletzt jedes Jahr neu um die Zukunft der Schule gebangt. Unter den Grundschulen im Altkreis ist die in Ippinghausen die kleinste. Dort werde es in den kommenden beiden Schuljahren 31 Schüler geben und damit ausreichend, um den Standort aufrecht zu erhalten. Probleme deuteten sich frühestens ab Sommer 2020 an; auf Basis der Geburten dürften dann nur fünf Kinder eingeschult werden, so Kühlborn. Doch um eine belastbare Aussage zu treffen, sei es jetzt zu früh.

Ganz anders stellt sich dagegen die Situation an den beiden Grundschulen in Habichtswald dar. Dort würden die neuen Jahrgänge jeweils in einer Klasse unterrichtet. Ab 2020 sei es sehr wahrscheinlich, dass mindestens an einer der beiden Schulen eine zusätzliche Klasse eröffnet werden könne. Kühlborn führt das auf mehr Geburten und Zuzüge zurück. Ähnlich solide entwickeln sich die Zahlen für die Grundschulen in Breuna, Zierenberg, Naumburg, Sand, Balhorn, Wenigenhasungen und Wolfhagen.

In Wolfhagen ist die Platzsituation seit einigen Jahren so angespannt, dass die Schule vergrößert werden soll. Ob sie um- oder neugebaut wird, darüber soll im Juni der Kreistag entscheiden.

Gewerkschaft: Es fehlen Lehrer

Während die Zunahme der Schüler zu einer Sicherung der Schulstandorte führt, bleibt die Personalsituation aus Sicht der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) angespannt. Im Kreis Kassel gibt es nicht genug Lehrer, sagt GEW-Mitglied Jens Zeiler, der an der Söhre-Schule Lohfelden tätig ist. Um das Problem zu lösen, seien Lehrer in Teilzeit vom Kultusministerium aufgefordert worden, ihre Stunden zu erhöhen. Hessen sei für junge Lehrer wenig attraktiv. Hier erhielten sie eher befristete Stellenangebote, während es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Beamtenstellen gebe. Ebenfalls unattraktiv: Hessen hat im Vergleich der Bundesländer eine höhere Wochenstundenzahl.

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