SPD will Wolfhagen seniorengerechter machen

Kein Weg für Gehbehinderte: Die Sanitätsrat-Führer-Gasse in Wolfhagen ist nur etwas für Leute, die noch gut zu Fuß sind. Rolli-Fahrer müssen Burg- und Mittelstraße Umwege in Kauf nehmen. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Für ein seniorengerechteres Wolfhagen wollen sich die Wolfhager Sozialdemokraten verstärkt einsetzen und damit dem demografischen Wandel entgegenwirken.

Das erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Heiko Weiershäuser.

In den vergangenen Jahren habe man in Wolfhagen bereits versucht, mit Maßnahmen wie Familienangeboten, Förderprogrammen und auch mit Projekten für Menschen mit Behinderungen die Stadt attraktiver zu gestalten. „Das übergeordnete Ziel all dieser Einzelmaßnahmen war es, Wolfhagen gegen den demografischen Wandel zu wappnen“, so Weiershäuser, etwas gegen die zunehmende Flucht vom Land in die Zentren zu unternehmen.

Demografischer Wandel bedeute aber nicht nur, dass die Bevölkerung auf dem Land zurückgehe, sondern auch, dass der Bevölkerungsanteil der älteren Menschen zunehme. „Somit erscheint es uns nur folgerichtig, wenn wir uns nun der Personengruppe der Senioren zuwenden“, sagte der Sozialdemokrat.

Unterwegs in der Stadt 

Man habe 25 Vereine und Institutionen der Seniorenarbeit - unter anderem Awo, VdK, Diakonie, Landsenioren, Landfrauen, Seniorenheime, Kirchen, aber auch Heimat- und Geschichtsverein und Servicegemeinschaft - zu einer Begehung Wolfhagens unter dem Motto „Wolfhagen aus den Augen der Senioren“ eingeladen.

Dabei ging es darum herausfinden, wo es Verbesserungsbedarf gibt. „Wo hakt es, wo gibt es Stolpersteine, wo könnte zum Beispiel ein Handlauf das Leben um einiges leichter machen?“ Mit diesen Fragestellungen sei man unterwegs gewesen, so Weiershäuser weiter.

„Und wir haben von vielen Teilnehmern wichtige Hinweise erhalten“, ergänzte Udo Giehler, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung. „Sie zeigen uns unter anderem, dass die Situation in den Innenstadt zwar an vielen Stellen behindertengerecht, aber an vielen Stellen eben nicht seniorengerecht ist.“

Rinnen zu tief 

Rinnen seien stellenweise viel zu tief, sodass Menschen mit Rollator kaum die Straße queren können. An Treppen, Anstiegen, Parkhäusern und Geschäften fehlten Handläufe. „In einem Parkhaus sind für Rollatoren sogar fast unüberwindliche Absätze eingebaut“, berichtete Giehler, „und ein Mensch mit Rollator kann die Stadtkirche auch nur unter allerschwersten Bedingungen erreichen“.

Das alles, so SPD-Fraktionschef Heiko Weiershäuser, „waren für uns Gründe, einen Antrag auf Erstellung eines mit allen Beteiligten abgestimmten Konzeptes bis zum Haushalt 2016 einzubringen“.

Von Norbert Müller

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