Landkreis befürchtet Kürzungen bei Förderprogrammen

Wohl weniger Geld für Vereine aus dem Regionalbudget

Schwertkämpfe der Musketiere können dank der Regionalförderung auf speziellen Plätzen für Rollstuhlfahrer gut verfolgt werden.
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Schwertkämpfe der Musketiere können dank der Regionalförderung auf speziellen Plätzen für Rollstuhlfahrer gut verfolgt werden.

Das Land Hessen will offenbar bewährte Förderprogramme für die Entwicklung der Region nicht oder nur in geringem Umfang weiterführen - mit negativen Folgen für kleinere Vereine, Kommunen und Unternehmen.

Wolfhager Land. Das schreibt der Landkreis Kassel in einer Pressemitteilung. Unter anderem sei signalisiert worden, dass im Programm Regionalbudget statt 200 000 Euro pro Leader-Region in diesem Jahr nur 30 000 bis 50 000 Euro zur Verfügung stünden.

„Viele kleine Vereine könnten mit ihren Anträgen nun womöglich leer ausgehen. Dabei ist das Regionalbudget ein echtes Erfolgsmodell“, erklärt Vizelandrat Andreas Siebert (SPD).

Hinter den Projekten stehen laut Siebert Menschen, die sich für die Anliegen und Bedürfnisse in ihrer Gemeinde einsetzen und – gerade jetzt während der Pandemie – dankbar sind, wenn durch das Regionalbudget ein Projekt umgesetzt werden kann. „Wir dürfen diese Menschen jetzt nicht vor den Kopf stoßen“, mahnt Siebert.

Durch das Programm konnten auch eine Reihe von Projekten überall im Altkreis Wolfhagen umgesetzt werden. Zum Beispiel 2019 in Wolfhagen, wo laut Kai Liebig, Amtsleiter der Stadt, die Waldbühne von dem Geld rollstuhlgerechte Zuschauerplätze einrichtete oder der Förderverein Dorfentwicklung in Viesebeck die gesamte Bestuhlung des Hessenkrugs austauschte. Die Luftsportvereinigung konnte mithilfe der Förderung ihren Flugschülern eine Sicherheitsausbildung anbieten und die Kommune selbst habe für das Jugendzentrum eine Multimediausstattung und eine Torwand angeschafft, zählt Liebig noch einige Beispiele auf.

Für 2020 sei man leer ausgegangen und für 2021 gebe es wenig Hoffnung, wenn die Gesamtfördersumme reduziert werde, bedauert auch Bürgermeister Reinhard Schaake. „Für die Ehrenamtlichen ist dieses Programm ein Segen. Viele Projekte hätten aus eigener Kraft nicht umgesetzt werden können.“ Die Fördersumme für ein Projekt, das von einem Verein, einer Kommune oder einem Verband eingereicht wird, lag bisher zwischen 1000 und 20 000 Euro. Dies werde sich aufgrund der gesunkenen Gesamtförderung vermutlich reduzieren, erklärte gestern eine Sprecherin des Vereins Region Kassel Land in Wolfhagen. Neuigkeiten dazu soll es nächste Woche geben. Der Verein nimmt die Förderanträge entgegen, das Servicezentrum Regionalentwicklung prüft und bewilligt die Anträge, die bis zum 28. Februar 2021 beim Verein Region Kassel Land eingereicht werden können. ewa info@region-kassel-land.de (Bea Ricken)

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