Wolfhagen hat Anti-Korruptionsbeauftragten: Augen öffnen, damit kein Schmiergeld fließt

Wolfhagen. Den Schummlern keine Chance: Die Stadt Wolfhagen hat einen Anti-Korruptionsbeauftragten für ihre Verwaltung berufen.

Außerdem wurden mittlerweile 24 der 53 Rathausmitarbeiter in einem Seminar über die unterschiedlichen Spielarten der Korruption informiert und damit sensibilisiert.

Anti-Korruptionsbeauftragter ist Kraft Amtes Hauptamtsleiter Rainer Gudenberg. Seit mehr als 30 Jahren gehört er zum Mitarbeiterstamm des Rathauses. „Ich wüsste nicht, dass in Wolfhagen mal ein Korruptionsfall vorgekommen ist“, betont er. Und das solle eben auch so bleiben.

Deswegen sei es wichtig, dass die Mitarbeiter wissen, wie sie Versuche der Beeinflussung erkennen und wissen, wie sie zu reagieren haben. Gudenberg ist im Haus die Schnittstelle zwischen Verwaltung, Mandatsträgern und letztlich auch der Staatsanwaltschaft.

Dazu ist er als Anti-Korruptionsbeauftragter auch mit weit reichenden Kompetenzen ausgestattet. „Ich darf in Ausschreibungsunterlagen reinschauen und an Submissionen teilnehmen“, sagt er. Da bei ihm sowieso die Fäden in Sachen Personal und Organisation zusammenlaufen, sei die Beauftragung des Hauptamtsleiters absolut sinnvoll.

Er ist auch die Kontaktstelle für Mitarbeiter, die einen Verdacht haben oder aber Erkenntnisse, wo von außen versucht wird, Einfluss auf das Verwaltungshandeln zu nehmen.

Die Übergänge zwischen kleiner Anerkennung - etwa einem Betrag für die Kaffeekasse oder einem Kugelschreiber - und der Gefälligkeit, die bereits als „Anfüttern“ für spätere Schmiergeldzahlungen gelten kann, seien fließend, betont Gudenberg. Deshalb gibt es für alle Mitarbeiter gültige Richtlinien, in denen auch festgelegt ist, dass Geschenke im Wert ab 2,50 Euro beim Abteilungsleiter anzuzeigen sind. „Bei Geschenken über zehn Euro“, so der Anti-Korruptionsbeauftragte, „sind wir angehalten, sie höflich abzulehnen.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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