Parlament stimmt in Notsitzung für Gründung der Regionalwerke Wolfhager Land GmbH

Wasserrechte bleiben bei der Stadt Wolfhagen

Wolfhagen – Der Weg für die Bildung der „Regionalwerke Wolfhager Land GmbH“ zum 31. März ist frei. Damit dürfte der Verbleib der Trinkwasserversorgung in kommunaler Hand geregelt sein. Wolfhagens Stadtverordnete fassten den erforderlichen Beschluss in einer coronabedingten Notsitzung am Donnerstagabend einstimmig.

Die Regionalwerke werden eine hundertprozentige Tochter der Stadt sein. Sie werden unter anderem die Trinkwasserversorgung in Wolfhagen und den Betrieb der Stromnetze in Wolfhagen und Habichtswald übernehmen. Noch liegt diese Aufgabe bei der Stadtwerke Wolfhagen GmbH, an der seit dem Jahr 2012 auch die Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) mit 25 Prozent beteiligt ist. „Es steht außer Frage, dass die Wasserversorgung in kommunale Hände gehört und ein Unternehmen aus der Region diese wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge übernehmen muss“, sagt Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake, der Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist. Die Regionalwerke stellten sicher, dass die Versorgungssicherheit „niemals reinem Profitstreben“ geopfert werde. „Zudem behalten wir die demokratische Kontrolle über das neue, kommunale Unternehmen.“ Eine positive Begleiterscheinung sei die Sicherung von Arbeitsplätzen.

Ohne die Aufspaltung der Stadtwerke Wolfhagen GmbH und ohne die Aufgabe der Bereiche Stromnetzbetrieb und Trinkwasserversorgung hätte es sein können, dass private Unternehmen Zugriff auf die Wasserrechte bekommen hätten. Denn am Jahresende wird über die Vergabe der Wasserkonzession neu entschieden. Und ohne Überführung der Sparte an die städtischen Regionalwerke hätte europaweit ausgeschrieben werden müssen. Nun kann die Konzession über eine Inhouse-Vergabe erfolgen.

„Die BEG hat ihre Zustimmung zu dem geplanten Vorhaben bereits signalisiert. Dass die Zuständigkeit für die Trinkwasserversorgung in Wolfhagen bleiben muss, steht außer Frage“, sagt BEG- Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Kraft. Die BEG wolle der gemeinsamen Stadtwerke Wolfhagen GmbH die Möglichkeit geben, sich in anderen Bereichen weiter zu entwickeln, wie der Energiewende auf dem Wärmesektor und dem Verkehr mit dem Ziel Klimaschutz. Der bevorstehenden Gründung der Regionalwerke waren zahlreiche Gespräche zwischen der BEG und der Stadt vorausgegangen. " SEITE 3

Rubriklistenbild: © Antje Thon

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