Platt, derb und deftig

Comedian Marek Fis packte im Wolfhager Kulturladen aus

Wolfhagen. Dröhnende Discomusik und grelles Discolicht ließen gewisse Erwartungen in der ausverkauften Kulturhalle aufkommen. Und dann kam er: Marek Fis (31), von Beruf Pole.

Ein kleiner, etwas pummeliger Mann in ausgebeulter Jogginghose, weiß-rotem Fußballtrikot, braunen Turnschuhen und einer Plastiktüte kam hopsend auf die Bühne.

Marek Fis verriet erst einmal den Zuschauern in seinem unverwechselbaren polnischen Akzent, dass er seine Gage an notleidende Menschen, nämlich an die Fans des FC Bayern München, verschenken würde. Erste Lacher beim Publikum, das überwiegend aus Deutschen und einigen Leuten mit polnischen Wurzeln bestand.

Zwei Stunden lang mit kurzer Pause riss der bekannte Comedian Witze über alles und jeden, wobei einige seiner Witze schon das Verfallsdatum überschritten hatten oder an den Geschmacksnerven zerrten. Er machte sich lustig auf Kosten anderer. So bekamen Reiner Calmund und Mezut Özil ihr Fett weg. So verglich er den Fußballstar mit einem „Goldfisch in der Mikrowelle“. Gnadenlos zog Marek Fis die selbst ernannten Promis und das „Assi-Programm“ der privaten Fernsehsender durch den Kakao.

Bevorzugtes Thema waren die Deutschen. So bezeichnete er die Weihnachtsmärkte als ein Rockaround der deutschen Hausfrau. „Polen brauchen keine Bude aufzustellen, um sich zu besaufen!“ Überhaupt ließ er kein Klischee über Deutsche und Polen aus.

Der Hauptunterschied bei den beiden sei das Wodkasaufen, gab der Pole als neueste Erkenntnis dem staunenden Publikum mit. Sein Resümee: „Auf einer polnischen Beerdigung ist mehr los als auf einer deutschen Hochzeit“ Das polnische Publikum in den letzten Reihen bestätigte dies mit lautem Gejohle.

Marek Fis konnte auch Klartext sprechen, als er sich über die Bildzeitung oder die sozialen Missstände im deutschen Lande vehement aufregte.

Bei der Beantwortung der Fragen, die die Zuschauer schriftlich an ihn stellen konnten, bewies er Schlagfertigkeit und Charme. Seine ausgebeulte Jogginghose sei von „Victorias Secret“, bekannte er verschämt.

Zwischendurch gab Marek Fis noch zwei Lieder zum Besten. Er outete sich als Fußballfan mit der „Fußball Polka“, und zum Ende der Show drehte er noch mal richtig auf und hopste wie ein Teddybär als „Der König“ auf der Bühne auf und ab.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Über Humor wohl auch nicht. Marek Fis’ Humor ist platt, derb, deftig und manchmal nicht jugendfrei. Das kam nicht bei allen Zuschauern gut an. Doch die meisten klopften sich vor Begeisterung auf die Schenkel und die polnische Fraktion war schier aus dem Häuschen.

Von Ursula Neubauer

Rubriklistenbild: © Neubauer

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