Weniger Rapsfelder nach Dürresommer

Ertragseinbußen für Landwirte und Imker im Wolfhager Land

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Nach dem für die Landwirtschaft desaströsen Dürresommer schauen die Bauern auch dieses Jahr bereits sorgenvoll auf ihre Felder und Wiesen.

Nach dem für die Landwirtschaft desaströsen Dürresommer schauen die Bauern im Wolfhager Land auch dieses Jahr bereits sorgenvoll auf ihre Felder und Wiesen.

Die Regenschauern der vergangenen Tage und das saftige Grün in der Landschaft täuschen darüber hinweg, dass auch der April - verglichen mit dem vieljährigen Durchschnitt - deutschlandweit viel zu trocken war. Laut Deutschem Wetterdienst ist es der 13. zu warme Monat in Folge.

„Erschwerend kommt hinzu, dass die Grundwasserstände in der Region zu niedrig sind, weil auch der Niederschlag im Winter nicht ausreichend war“, sagt Stefanie Wittich, Pressesprecherin des Kreisbauernverbandes. In der Landwirtschaft hat man Angst, dass sich ein Jahr wie 2018 wiederholen könnte, zumal auch die Futtervorräte komplett erschöpft sind. Mit Müh und Not haben die Bauern ihre Nutztiere über den Winter gebracht.

Einer der größten Verlierer der Trockenheit ist der Raps. „Im Landkreis Kassel gibt es in diesem Jahr deutlich weniger gelb blühende Rapsfelder als in den Vorjahren“, so Wittich. Die Anbaufläche sei im Kreis Kassel um rund ein Drittel geschrumpft, schätzt sie. Hintergrund: Einige Landwirte säten 2018 erst gar nicht aus. Andere, die Ende August aussäten, erlebten, wie gar nichts aufging oder die kleinen Pflänzchen im staubtrockenen Boden eingingen. Da wo es funktioniert hat, stellt der Rapsglanzkäfer die Landwirte vor Herausforderungen. Er nutzte schon die ersten sonnigen Tage im Februar, um Blüten abzufressen. Damit fehlt auch Bienen und anderen Insekten die Nahrung. Der Raps ist in der Blütezeit ein wichtiger Nektar- und Pollenlieferant. Der Imkerverband rechnet deshalb mit zehn bis 20 Prozent weniger Rapshonig in diesem Jahr.

Alle anderen Feldfrüchte wie Getreide, Mais oder Zuckerrüben würden in diesem Jahr bisher ganz gut dastehen, so Wittich. Doch auch diese Pflanzen benötigen in den nächsten Wochen ganz viel ergiebigen Landregen im Wechsel mit Schönwetterperioden.

Verwendung als Speiseöl und Biodiesel

Raps wurde in Hessen laut Bauernverband 2018 auf einer Fläche von rund 55.000 Hektar angebaut, in diesem Jahr sollen es nur 36.300 Hektar sein. Neben der Witterung und Problemen mit Schädlingen ist es auch ein Überangebot von Soja und Palmöl auf dem Weltmarkt, dass die Rapsanbauer unter Druck setzt. Rund 30 Prozent des erzeugten Rapsöls wird als Speiseöl verarbeitet. Raps wird unter anderem auch als Tierfutter eingesetzt und findet Verwendung als Biodiesel.

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