Fleischimport 

Fleisch-Abkommen zwischen EU und USA: Wolfhager Landwirte spüren Auswirkungen 

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EU und USA haben sich geeinigt, dass mehr amerikanisches Rindfleisch zollfrei nach Europa importiert werden darf. Landwirte im Wolfhager Land sind nicht begeistert. (Symbolbild)

Die EU haben sich mit den USA geeinigt, dass mehr amerikanisches Rindfleisch zollfrei nach Europa importiert werden darf. Die Landwirte im Wolfhager Land sind wenig begeistert. 

Sie spüren die Auswirkungen schon jetzt. „Die Rindfleischpreise sind seit Bekanntwerden um 70 bis 80 Cent pro Kilo gefallen“, sagt Landwirt Michael Döhne aus Philippinenburg. Dies entspräche etwa einem Minus von 25 Prozent.  Das sei existenzgefährdend. „Das kann ein ganzes Jahreseinkommen sein, das wegfällt.“

Döhne ärgert sich darüber, dass es in Deutschland strenge Auflagen für die Tierhaltung gibt, in Übersee aber nicht. „Bei uns steht das Tierwohl ganz vorne, dort gibt es keine Regeln“, sagt er. Die Tiere lebten dadurch oft unter miesesten Verhältnissen. Zwar darf nur Fleisch einer bestimmten Qualität in die EU importiert werden. „Aber wer kontrolliert die Zustände vor Ort?“, fragt Döhne.

Hinzu komme: Das Fleisch werde auf Schiffen, die mit Schweröl fahren, nach Europa gebracht. „Für die CO2-Bilanz ist das verheerend“, sagt Döhne.

Durch die fehlenden Standards in Amerika ist das Fleisch trotz des Transports günstiger als das von Landwirten aus der Region. „Und die Discountern kaufen nun mal das ein, was am billigsten ist“, so Döhne. Das würden die Landwirte vor Ort spüren. „Und auch kleine Metzgerläden sterben durch diese Preispolitik aus.“

Döhne wünscht sich eine Deklarationspflicht, die dem Verbraucher auf den ersten Blick zeigt, woher das Fleisch, das er kauft, stammt. „Dann können die Kunden selbst entscheiden.“

So sieht es auch Peter Voss-Fels vom Hessischen Bauernverband. „So billig wie die US-Anbieter können die hessischen Bauern wegen der geforderten Standards nicht produzieren“, sagt er. Daher müsse man dem Kunden genau zeigen, was er da kaufe, damit nicht allein der günstigste Preis entscheide. 

Überprüfung ist unklar

Beim Importfleisch aus den USA fehlt eine verpflichtende Kennzeichnung der Haltungs- und Tierwohlbedingungen. Tierschützer kritisieren, dass Rinder in den USA mittels hoch konzentriertem Kraftfutter in kürzester Zeit gemästet werden. Zudem würden bei der Rinderzucht häufig Wachstumshormone eingesetzt. Die EU hat zwar vor Jahren schon einen Importstopp für hormonbehandeltes Fleisch verhängt, unklar ist jedoch, wie das Ganze überprüft wird.

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