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Grundschüler in Wolfhagen machen beim Hessischen Bewegungscheck mit

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Von: Michaela Pflug

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Ihr fällt das Gleichgewichthalten nicht schwer: Lia zeigt auf der umgedrehten Bank, was sie kann. Ihre Klassenkameraden Emilie (von links), Janne, Jonte und Eloid schauen zu, genauso wie Michael Siegmund vom Sportkreis, Lehrerin Doreen Strobel und Wolfhagens Sportcoach Heiko Weiershäuser.
Ihr fällt das Gleichgewichthalten nicht schwer: Lia zeigt auf der umgedrehten Bank, was sie kann. Ihre Klassenkameraden Emilie (von links), Janne, Jonte und Eloid schauen zu, genauso wie Michael Siegmund vom Sportkreis, Lehrerin Doreen Strobel und Wolfhagens Sportcoach Heiko Weiershäuser. © Michaela Pflug

Koordination fällt vielen Grundschülern schwer. In Wolfhagen hat jetzt der Hessische Bewegungscheck stattgefunden. Das Ziel: Kinder von der Bewegung begeistern.

Wolfhagen – „Den Slalom mit dem Ball fand ich am besten“, sagt Jonte und zeigt auf eine der Stationen, die an diesem Tag in der Sporthalle an der Wolfhager Grundschule aufgebaut sind. Wie fast alle Drittklässler der Schule macht der Neunjährige mit beim Hessischen Bewegungscheck. Die Ziele: motorische Stärken und Schwächen sowie konditionelle Fähigkeiten zu testen und Kinder nachhaltig für Bewegung und Sport zu begeistern.

Das ist auch nötig, da sind sich Michael Siegmund vom Sportkreiskreis Region Kassel und Schulsportkoordinatorin Doreen Strobel einig. „Koordinationsübungen und allgemein solche, bei denen verschiedene Dinge gleichzeitig gemacht werden müssen, fallen vielen Kindern schwer“, sagt Siegmund. Die Kinder würden unsportlicher. Dies bestätigt Strobel: „Vielen Kindern fällt es heute zum Beispiel schwer, auf einem Bein zu stehen. Sie haben Probleme mit dem Gleichgewicht.“ Auch gelinge längst nicht jedem eine Rolle vorwärts.

Das sieht man auch beim Bewegungscheck. Denn eine der zwölf Aufgaben ist das aus dem Absprung Vorwärtsrollen. „Hier werden alle Körperpartien bewegt und getestet“, sagt Siegmund. Die Ergebnisse werden via Tablet dokumentiert und mit Daten zu Alter, Größe und Gewicht ergänzt. „Ausgewertet werden die Ergebnisse dann an der Goethe-Universität Frankfurt.“

Bewegungscheck in Wolfhagen wird von Uni begleitet

Denn vom Sportwissenschaftlichen Institut wurde der Bewegungscheck entwickelt, von drei hessischen Sportkreisen umgesetzt und vom Hessischen Innenministerium unterstützt. Gefördert wird das Projekt von der Unfallkasse Hessen (UKH) und der Barmer Ersatzkasse.

An der Uni werden die Daten anonymisiert analysiert und gehen an die Sportkreise zurück. „Die Kinder bekommen im Anschluss eine Urkunde. Da steht zum Beispiel, was das Kind besonders gut kann“, sagt Siegmund. Auch eine Empfehlung gibt es, welche Sportarten dem Kind liegen oder guttun könnten.

„Die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen läuft hier schon gut“, sagt Lehrerin Strobel über Wolfhagen. Der Bewegungscheck sei trotzdem wertvoll. Zum einen aufgrund des unvoreingenommenen Blicks von außen auf die Schüler. Zum anderen sei die Ansprache und Einbeziehung der Eltern wichtig, um Kinder zu mehr Sport und Vereinsengagement zu verhelfen. „Ein solches offizielles Schreiben gibt vielleicht noch einmal einen besonderen Schub.“

Rumpfbeuge ist anstrengend, aber: „Mir macht das Spaß“

Auch Michael Siegmund wünscht sich mehr Vereinseintritte und dass das Pilotprojekt fortgesetzt wird. Er betont, wie wichtig die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen für die Bewegungsförderung bei Kindern ist. Denn: „Die flächendeckende Einführung schulischer Ganztagsangebote hat zur Folge, dass Kinder ihre Nachmittage zunehmend in der Schule verbringen.“

Damit das klappt, sind er und die speziell geschulten Testhelfer weiter unterwegs. Die Wolfhager Schule ist die 29. Grundschule in Stadt und Landkreis Kassel, die sie besuchen. Immer sind sie auf der Mission, Kinder für Sport zu begeistern. Das scheint auch zu funktionieren. „Mir macht das Spaß“, berichtet die achtjährige Lia. Auch wenn manches nicht einfach ist, wie die anstrengende Rumpfbeuge. In Zukunft wolle sie noch mehr Sport machen, zum Beispiel Fußball im Verein spielen.

Kontakt: Ansprechpartnerin für Grundschulen, die teilnehmen wollen, ist Heike Sokoll. Kontakt per E-Mail unter h.sokoll@sk-region-kassel.de und telefonisch unter 05 61/4 50 69 66. Weitere Infos auch auf hessischer-bewegungscheck.de

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