Wegen räumlicher, personeller und finanzieller Einschränkungen

Wolfhagen und Hofgeismar bilden ab 2020 gemeinsamen Kirchenkreis

Wolfhager Land. Die evangelischen Kirchenkreise Wolfhagen und Hofgeismar schließen sich am 1. Januar 2020 zusammen und werden dann einen einzigen Kirchenkreis bilden.

Diesen Beschluss fasste die Kreissynode am Wochenende einstimmig, nachdem Hofgeismar dies bereits im Oktober abgesegnet hatte. „Die Kirchenkreise reagieren damit auf die zu erwartenden räumlichen, personellen und finanziellen Einschränkungen sowie die landeskirchlichen Vorgaben", sagte Dekan Dr. Gernot Gerlach in einer Pressekonferenz gegenüber der HNA.

Der neue Kirchenkreis sehe seine Hauptaufgabe darin, in einer kleiner werdenden Kirche mit der Kommunikation des Evangeliums weiterhin in der Fläche präsent zu sein.

Die weiter sinkenden Mitgliederzahlen und die damit verbundenen Ausfälle auf der Einnahmenseite zwingen die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) zu Sparmaßnahmen, die während der Landessynode Ende November in Morschen auf den Weg gebracht werden sollen. Schon bevor dort die Einsparungen in einer Größenordnung von rund 50 Mio. Euro bis 2026 - das entspricht etwa einem Viertel des Haushaltsvolumens - abgesegnet werden, hat man im Kirchenkreis Wolfhagen bereits Sparmaßnahmen umgesetzt und Pfarrstellen gestrichen. Nun bewegen sich Wolfhagen und Hofgeismar in den kommenden Jahren aufeinander zu - mit professioneller Hilfe: Die beiden Kirchenkreise haben eine externe Beraterfirma engagiert. Am Ende des Prozesses wird es nur noch ein Dekanat und einen Dekan geben. Wer das sein wird und welches Dekanat erhalten bleibt, ist noch nicht entschieden, sagte Gerlach. Bei diesem Punkt hätten einige Mitglieder der Kreissynode empfindlich reagiert, da Wolfhagen in den vergangenen Jahren diverse Ämterschließungen habe hinnehmen müssen.

Eine Steuerungsgruppe der Kirchenkreise wird ab sofort die Arbeit aufnehmen und den Reformprozess voran treiben. Mitglieder sind zunächst beide Dekane und in Wolfhagen außerdem der Vorsitzende der Kreissynode, Günter Dreisbach beziehungsweise sein Vertreter Basteck. Als Mitglieder wurden außerdem Thomas Wischnath und Rudi Möse in die Steuerungsgruppe gewählt.

In der jüngsten Sitzung der Kreissynode wurden auch die Mitglieder für die Landessynode gewählt. Hierbei habe es einen Generationswechsel gegeben, sagte der Dekan. Ab Frühling 2016 sind folgende Mitglieder in der Landessynode aktiv: Dekan Gerlach und sein Stellvertreter Dr. David Biernert. Außerdem Philipp von der Malsburg mit Vertreter Rudi Möse.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Beate Schleep

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