Comedian im Interview

Maddin Schneider tritt mit „Denke macht Koppweh“ in Wolfhagen auf

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Am Freitag in Wolfhagen: Komiker Maddin Schneider.

Wolfhagen. Sein hessischer Klamauk ist legendär: Komiker Maddin Schneider ist zurück und gewährt seinem Publikum im Wolfhager Kulturladen einen Blick ins Comedian-Oberstübchen.

In seiner Show gibt Maddin Schneider Tipps, wie man negative Gedanken einfach wegföhnen kann. Oder besser noch: Weglachen. Im Interview mit unserer Zeitung gab er sich vorab überraschend sachlich und witzfrei.

Herr Schneider, Sie kommen nicht zum ersten Mal nach Wolfhagen. Wie haben Sie die Menschen hier in Erinnerung? Haben sie Humor, oder sind sie eher Spaßbremsen?

In Wolfhagen wird nach meiner Erinnerung nicht weniger gelacht als anderswo. Aber das Publikum ist jeden Abend ein anderes, deshalb gibt es schon Unterschiede im Ekstase- Pegel.

Ist es schon mal passiert, dass ein Publikum so gar nicht auf Ihre Gags anspringen wollte?

Entscheidend ist für mich immer die erste Reihe. Wenn von da nichts kommt, wird es schwierig. Aber mit der Zeit lernt man einige Tricks, um auch die richtigen Härtefälle etwas zu lockern. Die Menschen kommen ja auch schon mit der Grundhaltung, sich zu amüsieren. So gibt es eigentlich so gut wie nie einen total misslungenen Abend. Das ist auch der Grund dafür, dass es immer noch mein Traumberuf ist!

Was ist für Sie das Tolle an Hessen und dem hessischen Dialekt?

Hessen bietet eine ganze Reihe verschiedener Dialekte. Die süd- und mittelhessischen Mundarten sind eher weich. Man kann in den Wörtern geradezu baden und sie schön kneten und langziehen. Aber auch die nordhessischen Dialekte mag ich sehr, beherrsche sie allerdings weniger.

Letztes Mal waren Sie als Guru „Meister Maddin“ im Kulturladen zu Gast, diesmal kommen Sie mit „Denke macht Koppweh“ zurück. Haben die indischen Lebensweisheiten Sie nicht vor Stress in der Birne bewahrt?

In meinem aktuellen Programm gebe ich Empfehlungen für sorgengeplagte Menschen, um aus den ewigen Gedankenschleifen herauszukommen. Wir haben heutzutage oft in unserem Kopf einen regelrechten Shit-storm. Auf vergnügliche Weise können die Zuschauer lernen, sich zu entspannen.

Wie tief lassen Sie Ihr Publikum in Ihren eigenen Kopf blicken?

Die Zuschauer erkennen oft, dass es in ihrem Kopf ganz ähnlich aussieht. Wem gehen nicht immer wieder Gedanken durch den Kopf wie: Ist auch die Haustür abgeschlossen? Alles Späm in unserem Kopf.

Ihr ultimativer Tipp gegen das nervige Gedankenkarussell?

Sinnliche oder körperliche Aktivitäten. Oder einfach nur mongolische Trinklieder singen!

Wovon lassen Sie sich so richtig stressen? Setzt Sie beispielsweise ein neues Programm unter Druck, wenn Sie noch nicht wissen, wie das Publikum darauf reagiert?

Ich achte darauf, mir für alles genug Zeit zu nehmen. Und man darf nicht zu perfektionistische Ansprüche an das Leben haben. Es darf auch mal was schiefgehen - gehört zum Leben dazu!

Wie entsteht eigentlich ein neues Programm und gehen einem nicht irgendwann auch mal die Ideen aus?

Am Anfang ist eine Grundidee, ein Thema, das einen selbst sehr beschäftigt. Dann überlegt man sich dazu Geschichten und Gags. Das Leben ist so reich an Erlebnissen, dass Ideen nie ausgehen.

Wenn Popstars irgendwann einmal einen Megahit gelandet haben, müssen sie den immer und immer wieder spielen, die Fans erwarten es. Ist der „Aschebeschä“ Ihr persönlicher Dauer-Hit?

Das wollen viele immer noch hören, gerade am Autogrammstand. Wobei ich es nur Frauen sage, ihnen flüstere ich ins Ohr.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie nochmal den Weg des Comedy-Stars einschlagen, oder würden Sie etwas ganz anderes wählen?

Klar! Einen schöneren Beruf kann ich mir für mich nicht vorstellen!

Karten: Die Vorstellung am Freitag im Wolfhager Kulturladen beginnt um 20 Uhr. Tickets gibt es für 25,20 Euro an der Abendkasse.

Zur Person

Martin „Maddin“ Schneider wurde am 25. Mai 1964 in Bad Homburg geboren. Er ist ledig, lebt in der Nähe von Marburg und ist seit vielen Jahren mit seinen Soloprogrammen, im Kino („7 Zwerge“) und Fernsehen („Maddin in Love“, Sat 1) erfolgreich.

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