Mit dem Willen zur Entwicklung

Wolfhagen: Martin Mittelbach neuer Geschäftsführer des Seniorenzentrums 

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Martin Mittelbach hat die Geschäftsführung des Seniorenzentrums Wolfhagen übernommen. Rechts der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake. 

Manchmal wird er noch für einen Arzt gehalten, wenn er durchs Haus des Altenheims an der Wolfhager Karlstraße geht. Aber Martin Mittelbach, den einige der Bewohner noch nicht so ganz zuordnen können, ist kein Mediziner auf Visite, sondern der neue Geschäftsführer des Seniorenzentrums.

Am 1. Mai hat er den Posten übernommen, „seit 4. Mai“, sagt der 59-Jährige, „bin ich so richtig im Betrieb“.

„In der Breite“, versichert der gebürtige Siegerländer, der seit 34 Jahren im Habichtswalder Ortsteil Ehlen lebt, „habe ich schon den Überblick. Jetzt muss es noch in die Tiefe gehen“. 

Sich in gut acht Wochen komplett einzuarbeiten, die Abläufe im Haus zu analysieren, Ansätze für Veränderungen auszuloten und dabei auch noch alle Bewohner kennenzulernen, wäre angesichts der Größe der Einrichtung und der besonderen Umstände, unter denen der Betrieb wegen Corona läuft, aber wohl auch sehr ambitioniert.

Mittelbach ist Chef von 182 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und für vier Bereiche zuständig: die vollstationäre Einrichtung mit 131 Plätzen sowie vier integrierten Tagespflegeplätzen, die eigenständige Tagespflege mit zwölf Plätzen, den Sozialpflegedienst für die ambulante Pflege und die hauswirtschaftliche Betreuung mit insgesamt 120 Kunden und schließlich das betreute Wohnen mit derzeit 35 Wohnungen.

Mittelbach zuerst in Baunatal Geschäftführer

Ehe er nach Wolfhagen wechselte, war der Neue, der ein betriebswirtschaftliches Studium im Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen absolviert hat, ab 2013 Geschäftsführer des Gertrudenstifts in Baunatal. Auch dort gehört ein Altenpflegeheim und betreutes Wohnen zum Angebot, darüber hinaus aber auch Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe – wie zwei Kindertagesstätten. 

Von der VW-Stadt wechselte der dreifache Familienvater zum Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg in Bad Arolsen, wo er 13 Monate lang bis zur Übernahme des Postens in Wolfhagen Leiter der Stabsstelle Unternehmensentwicklung war, wie er erzählt.

Weitere Tagespflegeplätze sollen geschaffen werden

Auch in Wolfhagen will er entwickeln. „Aber es geht nicht um den großen Wurf der Veränderung“, sagt er. „Wir beabsichtigen, den Bereich der Betreuungsangebote im vollstationären Bereich zu beleben, um den Bewohnern eine noch bessere Tagesstruktur anbieten zu können“, erklärt Mittelbach.

Außerdem sollen fünf weitere Tagespflegeplätze geschaffen werden. Weil es eine steigende Nachfrage in der ambulanten Tagespflege gebe und auch bei den hauswirtschaftlichen Leistungen, wolle man weiteres Personal einstellen. 

Pflegekräfte fehlen noch immer

Bedarf bestehe an hauswirtschaftlichen Hilfskräften ebenso wie an examiniertem Alten- und Krankenpflegepersonal. Mittelbachs „Wille zur Entwicklung“ und dessen Berufserfahrung, sagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Altersheim, Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake, hätten bei der Auswahl des neuen Geschäftsführers überzeugt. Aber auch sein menschlicher Umgang habe ihn beeindruckt, so Schaake.

Von Martin Mittelbach wird also einiges erwartet. Wenn man ihn fragt, wie er angesichts der fordernden Aufgaben zwischenzeitlich die eigenen Batterien wieder lädt, nennt er als erstes sein Engagement in der Freien evangelischen Gemeinde Kassel-Wilhelmshöhe. „Außerdem mache ich gerne Musik“, vorzugsweise als Saxofonist in der Wolfhager Bigband. „Und ich fahre gerne Motorrad.“

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