ASB intensiviert Ausbildung der Notfallhelfer

Wolfhager Land: Geburtsstation geschlossen - Mehr Babys kommen im Rettungswagen zur Welt

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Die Rettungshelfer des ASB bereiten sich mit einem Geburtssimulator auf den Ernstfall vor. 

Kritiker der Schließung der Geburtsstation im Krankenhaus Wolfhagen sehen sich bestätigt: Zwei Mütter haben es im vergangenen Jahr nicht zur Geburt ins Krankenhaus geschafft. 

  • Kritiker der Schließung der Geburtsstation im Krankenhaus Wolfhagen sehen sich bestätigt.
  • Zwei Mütter haben es im vergangenen Jahr nicht zur Geburt ins Krankenhaus geschafft.
  • Beide Mütter berichten von Angst, die Kinder ohne fachliche Hilfe auf die Welt bringen zu müssen.

Ein Baby wurde auf der Wohnzimmercouch geboren, das andere kam kürzlich im Auto zur Welt: Innerhalb von einem Jahr gab es in Wolfhagen zwei Geburten, bei denen es die Mütter nicht mehr ins Krankenhaus geschafft haben. 

Beide Mütter berichteten von ihrer Angst, die Kinder ohne Fachpersonal zur Welt bringen zu müssen. In beiden Fällen ging es gut aus.

Wasser auf den Mühlen der Kritiker, die bei der Schließung der Geburtsstation im Wolfhager Krankenhaus genau vor diesen Fällen gewarnt hatten.

Wolfhagen: Zahl der Geburten im Rettungswagen steigt

Tatsächlich berichtet Bernd Roddewig, Bereichsleiter Rettungsdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Nordhessen, von einer Zunahme der Transporte von Schwangeren in den vergangenen Jahren im Wolfhager Land. Unter anderem habe dies auch mit der gestiegenen Anzahl an Flüchtlingen zu tun.

2018 wurden 17 Frauen aus der Region mit bevorstehender Geburt transportiert, vier Kinder seien im Rettungswagen zur Welt gekommen. 2019 waren es 22 Einsätze mit drei Blitzgeburten im Rettungswagen.

Wolfhagen: Rettungsdienste bereiten Sanitäter noch intensiver auf Geburten vor

Meistens klappe es rechtzeitig, die Mütter in der Klinik abzuliefern, so Roddewig. Dennoch hat der ASB seine Ausbildung für das Rettungspersonal, in der die Geburt schon immer Thema war, intensiviert und dafür einen modernen Geburtssimulator angeschafft. 

Auch beim Roten Kreuz steht das Thema auf dem Lehrplan. Für DRK-Geschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch ist die Geburt im Rettungswagen allerdings noch immer die Ausnahme.

Wolfhagen: Kritiker der Schließung der Geburtsstation sehen sich bestätigt

Der Sprecher des Fördervereins der Kreisklinik Wolfhagen, Wolfgang Hanske, sieht angesichts der Blitzgeburten Befürchtungen der Vereinsmitglieder bestätigt: „Es war ein Kardinalfehler die Geburtsstation zu schließen.“ Den Eltern werde immer mehr Verantwortung für die Gesundheit ihres Kindes aufgebrummt. Man könne froh sein, dass all das noch nicht zu größeren Schäden bei Mutter und Kind geführt hätten.

„Schwangere werden im ländlichen Raum allein gelassen“, sagt eine Wolfhager Hebamme, die nicht genannt werden möchte. Es gebe auch kaum noch Kolleginnen vor Ort.

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