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Wolfhagen: Corona hat Verein zu Städtepartnerschaften zugesetzt

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Von: Antje Thon

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Schüler reisten im Herbst 2018 nach Tergnier: Gemeinsam pflanzten Deutsche und Franzosen einen Baum. Archi
Schüler reisten im Herbst 2018 nach Tergnier: Gemeinsam pflanzten Deutsche und Franzosen einen Baum. Archi © Christiane Witte

In Wolfhagen könnte eine städtische Kommission anstelle des bisherigen Fördervereins die Städtepartnerschaften wieder fördern.

Wolfhagen – Während der Pandemie ist für einige Vereine die Luft dünn geworden. Probleme gibt es nun auch beim Verein zur Förderung der Städtepartnerschaften der Stadt Wolfhagen. Wie dessen Vorsitzende Christiane Witte sagt, habe vor allem Corona dem Verein so stark zugesetzt, dass er nun kurz vor seiner Auflösung steht. Sie habe daher den Punkt auf die Einladung zur nächsten Jahreshauptversammlung gesetzt, die für Donnerstag, 19. Januar, anberaumt ist.

Im Prinzip hätten zwei Faktoren zum derzeitigen Stillstand der Vereinsarbeit geführt. Zum einen seien mehrere Personen aus dem Vorstand weggebrochen. Zunächst sei Wolfgang Hasper, ein Urgestein in Sachen Städtepartnerschaften und einst Stellvertreter, gestorben. Dann hätten die Schriftführerin und der Kassenwart ihre Posten geräumt, ein Beisitzer habe dem Vorstand ebenfalls den Rücken gekehrt. „Der Vorstand schrumpfte zusammen“, sagt Witte, die das Heft des Handelns in den vergangenen Jahren schließlich selbst in die Hand nahm.

Städtepartnerschaften von Wolfhagen: Corona macht Förderverein zu schaffen

Christiane Witte, Vereinsvorsitzende
Christiane Witte Vereinsvorsitzende © Sascha Hoffmann

Zum anderen habe Corona regelmäßige Vereinstreffen unterbunden. Die Jahreshauptversammlung 2020 fiel aus. Zum Treffen ein Jahr später seien von 23 Mitgliedern nur fünf erschienen. Mangels Masse sei diese Sitzung dann ebenfalls abgeblasen worden, schließlich sei eine Vorstandswahl nicht möglich gewesen. „Das war ernüchternd“, urteilt Witte. Corona sei auch 2022 der Grund gewesen, weshalb man auf ein weiteres Treffen verzichtet habe. Nun sollen die drängenden Fragen also am 19. Januar geklärt werden.

In einem Anschreiben, das der Einladung zur Jahreshauptversammlung beigefügt ist, bringt die Vorsitzende ein weiteres Problem auf den Punkt: „Unser eigentliches Ziel, das Einbinden weiterer Menschen in den Verein, ist (...) nicht geglückt.“ Stimmen würden lauter, den Verein aufzulösen und ihn wieder in eine städtische Kommission zurückzuführen, wie es sie bis 2016 gegeben hatte. Allerdings hatte man damals ebenfalls vor der Frage gestanden, wie der Gedanke der Völkerverständigung intensiver in die Herzen der Menschen getragen werden könnte. Alle Hoffnungen ruhten auf einem Förderverein. „Wir müssen über das Thema ganz grundsätzlich reden und schauen, wie der Weg weitergehen soll“, sagt Witte mit Blick auf die anstehende Sitzung.

Schüler füllen Verbindung mit Leben: Wolfhagen pflegt Städtepartnerschaft zu Tergnier in Frankreich

Derzeit unterhält Wolfhagen zwei Partnerschaften – mit Tergnier in Frankreich und mit Ohrdruf in Thüringen. Die Verbindung nach Tergnier wird hauptsächlich über die Schulen mit Leben gefüllt. Erst im November waren französische Schüler an der Walter-Lübcke-Schule zu Gast. Auch der Kontakt nach Ohrdruf wurde zuletzt intensiver. Mit der Wahl Stefan Schambachs zum neuen Bürgermeister hat die Zahl der Begegnungen wieder zugenommen. Allerdings waren es oftmals Abordnungen aus Thüringen, die zu Viehmärkten und Neujahrsempfängen nach Wolfhagen reisten.

Die Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 19. Januar, beginnt um 18.30 Uhr im Magistratssaal im Rathaus. Auf der Tagesordnung stehen neben der Frage um den Fortbestand des Vereins auch Berichte, Rückschau, Situation in den Partnerstädten, Planungen/Vorhaben sowie Neuwahlen des Vorstandes und eines Kassenprüfers. (Antje Thon)

Nicht nur in Wolfhagen haben es Vereine zum Teil schwer. In Zierenberg geht bei einem Museumsverein schon seit Monaten das Telefon nicht.

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