Bekämpfung extrem teuer

Tödlicher Virus bedroht Geflügel und Wildvögel

Wolfhagen. In Deutschland, im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, gab es die ersten Fälle der Vogelgrippe H5N8. Der Landkreis Kassel ist im Alarmzustand und bereitet sich auf eine mögliche Ausbreitung der Seuche vor.

„Das Virus ist hoch ansteckend und wir sind sehr besorgt“, sagt die Leiterin des Kreisveterinäramtes, Dr. Sabine Kneißl. Der Geflügelbestand im Landkreis liegt derzeit bei 713 000 gemeldeten Tieren. Allein in Lohfelden lebten in vier Ställen 160 000 Masthähnchen.

„Wenn H5N8 bei uns ausbricht, muß Geflügel im Ausbruchsbetrieb getötet und beseitigt werden. Es gibt keine Heilung oder Impfung“, erklärt die Amtsveterinärin aus der Wolfhager Dienststelle. Die Bekämpfung sei extrem teuer und ziehe Einschränkungen beim Handel mit Tierprodukten und anderen Bereichen nach sich. „Es wäre ein wirtschaftliches Desaster und würde ein großes Tierleid auslösen.“

Das Vogelgrippe-Virus das schon vor zwei Jahren im Landkreis Kassel auftrat, sei lange nicht so ansteckend gewesen. Die Vogelgrippe ist eine Infektionskrankheit, die vor allem Vögel trifft. Dennoch gab es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei dem Virusstamm H5N1 rund 300 erkrankte Menschen, mehr als zwei Drittel der Infizierten starben.

Künftig könnte das Vogelgrippevirus mehr Menschen bedrohen, warnen Fachleute, sofern sich der Erreger genetisch verändert. Eine Stallpflicht verhängt der Landkreis Kassel noch nicht, allerdings appelliert das Veterinäramt an Geflügelhalter, wichtige Vorbeugemaßnahmen zu beachten.

Dazu zählen Hygienemaßnahmen und verstärkte Tierkontrollen. Bei einer Häufung von Todesfällen müsse sofort der Hof-Tierarzt und das Veterinäramt informiert werden, sagt Sabine Kneißl.

Von Bea Ricken

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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