Turbo-Abi

Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule gibt G8 auf

+
An der Wilhelm-Filchner-Schule machen zum letzten Mal G8-Schüler ihr Abitur. Aufgrund der Rückkehr zu G9 finden die nächsten Abiturprüfungen erst 2021 statt.

Wolfhagen. 98 Schüler machen in diesem Jahr an der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen ihr Abitur. Sie sind dort der letzte Jahrgang, der dies in der 12. Jahrgangsstufe tut.

Die schriftlichen Abiturprüfungen sind vorbei. An der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen streben laut Schulleiter Ludger Brinkmann 98 Schüler die allgemeine Hochschulreife an. Darunter 50 Jungen und 48 Mädchen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr stieg die Zahl der Abiturienten in Wolfhagen um 15.

Die diesjährigen Wolfhager Abiturienten sind ein besonderer Jahrgang, denn mit ihnen machen zum letzten Mal Schüler in der 12. Jahrgangsstufe Abitur (G8). Damit gehört das Turbo-Abitur in Wolfhagen der Vergangenheit an. Die kommenden Jahrgänge machen ihr Abitur erst Ende der 13. Klasse. An der Wilhelm-Filchner-Schule war G8 im Schuljahr 2005/06 ab der fünften Klasse eingeführt worden.

Nächster Abiturjahrgang erst 2021

Die Folgen der Rückkehr zu G9 im Schuljahr 2013/14 sind im nächsten Jahr noch spürbar. 2020 wird es an der Wilhelm-Filchner-Schule erstmals keinen Abiturjahrgang geben. Erst 2021 werden in Wolfhagen wieder Schüler Abitur machen. „Das ist komisch“, sagt Carsten Müller, Oberstufenleiter der Wilhelm-Filchner-Schule. „Abifeier und Zeugnisübergabe sind feste Rituale.“

Das Fehlen eines Abiturjahrgangs führt laut Sabine Schäfer vom Staatlichen Schulamt keineswegs zu frei werdenden Kapazitäten. „Mit dem Wechsel zu G9 haben die Schulen wieder zehnte Klassen, die mit Lehrkräften versorgt werden müssen“, sagt Schäfer. „Der Wegfall eines Oberstufenjahrgangs und der Zugewinn eines zehnten Jahrgangs führen eher zu einem Mehrbedarf an Lehrkräften als zu frei werdenden Kapazitäten.“

Laut Müller erfolgte die Rückkehr zu G9 in Wolfhagen auf Drängen der Eltern. „Sie sehen diese Variante als die entspanntere Form an“, sagt Müller. Laut dem Oberstufenleiter bedeutete G8 für die Schüler mehr Schulstunden. Die Meinungen, ob G8 oder G9 der richtige Weg ist, sind laut Müller nach wie vor geteilt. Er hält die Rückkehr zu G9 jedoch für richtig. „Die Schüler sind nach der 13. Klasse älter und erwachsener.“

Hessische Schulen haben die Wahl

G8 steht für das achtjährige Gymnasium und bedeutet die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur. Anstatt in der 13. Jahrgangsstufe (G9) machen Schüler ihr Abitur in der 12. Klasse. Eingeführt wurde die Schulreform in Hessen ab dem Schuljahr 2004/05 in drei Wellen. Seit dem Schuljahr 2013/14 können die Schulen zwischen G8 und einer Rückkehr zu G9 wählen. Bei G8 können Abiturienten ein Jahr früher die Berufsausbildung beginnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.