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Neue Windräder sollen entstehen - Erste Bäume im Kreis Kassel schon gefällt

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Von: Antje Thon

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Bei Wolfhagen sollen neue Windräder entstehen. Die Vorarbeiten laufen bereits. Bis die großen Windmühlen errichtet werden, dauert es jedoch noch einige Zeit.

Wolfhagen - Die Rodungen auf den Flächen der Waldeckischen Domanialverwaltung an der Grenze zum Wolfhager Stadtwald sind in vollem Gange. Im Januar sollen sie abgeschlossen sein. Die Arbeiten sind das erste sichtbare Zeichen eines in den kommenden Monaten folgenden Eingriffs in die Natur. Statt Bäume werden auf den Flächen vier jeweils 247 Meter hohe Windkraftanlagen (167 Meter Nabenhöhe) in den Himmel wachsen. Das Verbands-EnergieWerk (VEW) investiert 39 Millionen Euro in den Windpark, der Ende 2024 ans Netz gehen soll.

Die Projektentwicklung Waldeck-Frankenberg GmbH & Co. KG wird die Anlagen betreiben. Wie deren Geschäftsführer Stefan Kieweg jetzt sagte, soll im Mai mit dem Ausbau der Waldwege begonnen werden. Die seien bereits jetzt in einem recht guten Zustand. Dennoch müssten sie soweit ertüchtigt werden, dass sie die Last der schweren Bau- und Transportfahrzeugen sowie des Krans, der die Windräder zusammensetzen wird, aufnehmen können.

Neue Windräder bei Wolfhagen: Auch Umspannwerk soll entstehen

Ebenfalls im Mai würden dann auch die Wurzelteller der aktuell zu fällenden Buchen aus dem Boden geholt. Damit lasse man sich aus Gründen des Naturschutzes solange Zeit, bis die Haselmaus ihre Winterquartiere verlassen habe, sagt Kieweg. Das sei spätestens Mitte Mai der Fall, bei günstiger Witterung aber auch schon im April. In jedem Fall werde das Signal für diese Arbeiten von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Waldeck-Frankenberg kommen.

Mit der Errichtung der vier Windmühlen zwischen Bühle, Leckringhausen, Ippinghausen und Freienhagen wird möglicherweise erst im kommenden Jahr begonnen. „Wir wollen keine Winterbaustelle“, sagt Kieweg. Dann würden auch erst die Fundamente für die riesigen Stromerzeuger erstellt. Bis dahin werden sämtliche Bodenarbeiten abgeschlossen sein.

40 Jahre alte Buchen wurden gefällt. Sie machen einem von vier Windrädern Platz, die im kommenden Jahr zwischen Bühle, Leckringhausen, Ippinghausen und Freienhagen errichtet werden.
40 Jahre alte Buchen wurden gefällt: Die Bäume machen einem von vier Windrädern Platz, die im kommenden Jahr zwischen Bühle, Leckringhausen, Ippinghausen und Freienhagen errichtet werden. © Antje Thon

Der Bau eines Umspannwerkes an der Landesstraße zwischen Wolfhagen und Ippinghausen ist ebenfalls Bestandteil des Vorhabens. Dessen Herzstück ist ein Großtrafo mit einer elektrischen Scheinleistung von 31,5 Megavoltampere. Die Versorgungsleitungen, die den Drehstrom der Windräder zum Umspannwerk leiten, sind um die vier Kilometer lang und werden in vorhandenen Waldwegen vergraben. Die Mittelspannung der vier Anlagen in Höhe von 30 Kilovolt wird im Umspannwerk auf 110 Kilovolt umgewandelt und ins Versorgungsnetz eingespeist.

Neue Windräder bei Wolfhagen: Förster sieht kein Problem durch Eingriff

Für Rainer Götz, Förster im Revier Volkmarsen, stellt der Eingriff in den Wald kein Problem dar. Zwei der vier Windmühlen würden ohnehin auf einer ehemaligen Fichtenfläche errichtet. Diese Bäume hatte zuvor ein Sturm umgeworfen. Was der Wind nicht zerstört habe, habe später der Borkenkäfer erledigt. Außerdem folge der Bau der Windkraftanlagen einem politischen Willen.

An einem der Standorte wurden die Arbeiten noch einmal angepasst. So können mehr alte Buchen erhalten werden. Insgesamt werden Bäume auf einer Fläche von 5,2 Hektar gefällt. Davon würden nach Abschluss der Arbeiten 2,4 Hektar Wald wieder aufgeforstet. Darüber hinaus wird das VEW seinen Eingriff kompensieren. Davon profitieren wird eine ehemalige Standortschießanlage der Bundeswehr bei Bad Arolsen. Auf ihr werden Bäume gepflanzt, die sich in einigen Jahrzehnten zu einem Wald verdichten werden.

Das VEW wurde vom Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg als eine GmbH gegründet, an ihr sind der Landkreis Waldeck-Frankenberg und mehrere Kommunen beteiligt. Zum Unternehmen gehören aktuell 19 Windräder mit einer Leistung von 42 Megawatt. Mit dem neuen Park zwischen Bühle und Leckringhausen kommen 24 Megawatt hinzu. Die VEW ist eine Schwester der Energie Waldeck-Frankenberg. (Antje Thon)

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