Hessisches Umweltministerium unterstützt Weidetierhalter

Wolfsfährte am Dörnberg entdeckt: Land Hessen investiert Geld für Zäune

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Weidetierhalter sollen für den Schutz ihrer Tiere jetzt Geld vom Land erhalten. In Rangen bei Zierenberg hatte ein Wolf sechs Lämmer gerissen.

Der Wolfsriss bei Zierenberg sorgt weiter für Diskussionen bei vielen Beteiligten. Das Land Hessen reagiert mit der Investition in Zäune, um Weidetierhalter zu unterstützen. 

Zumal auch oberhalb des neuen Zierenberger Tunnels, in der Gemarkung Kohlgrund, vor ein paar Wochen eine Wolfsfährte entdeckt worden war. Von der Entdeckung der Wolfsfährte berichtet Horst Fröhlich, Landwirt und Jäger, der am Fuße des Dörnbergs lebt. Er sei mit anderen unterwegs gewesen, als sie die Fährte entdeckt hätten. „Es war typisch Wolf, kein Zickzack, sondern Pfotenabdrücke wie an einer Perlenschnur aufgereiht“, so Fröhlich. Deshalb glaubt Fröhlich auch nicht, dass es ein Hund war. Bereits vor zwei Jahren hatte eine Wanderin berichtet, unterhalb des Dörnberger Alpenpfades am Habichtswaldsteig einen Wolf gesehen zu haben.

Horst Fröhlich gehört zu den Tierhaltern, die sich Sorgen wegen des Wolfes machen. Seine Kälber würden auf der Weide geboren, und die seien nun nicht mehr sicher. Er glaubt nicht, dass man zum Beispiel die Ziegen, die am Dörnberg als Landschaftspfleger eingesetzt werden, wolfsicher einzäunen könne. Wenn es nach ihm geht, dürfe der Wolf gerne wegbleiben.

Hessen beteiligt sich an Kosten 

Unterdessen hat das Land Hessen auf die sprunghaft gestiegene Zahl der Nachweise von Wölfen in Hessen reagiert und will Weidetierhalter unterstützen. Das Umweltministerium beteiligt sich mit 31 Euro jährlich pro Hektar an den Kosten, beispielsweise für einen Elektrozaun, kündigte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden an.

Der Naturschutzbund (Nabu) von Stadt und Landkreis Kassel begrüßt die Initiative der Umweltministerin zur Förderung des Herdenschutzes. „So wird den Schäfern geholfen, ohne dem Wolf zu schaden“, so Vorsitzender Markus Dietrich. „Selbst wenn ein Schäfer nur 20 Hektar beweidet, summiert sich die Förderung innerhalb von zehn Jahren auf eine Höhe von 6200 Euro“, so Dietrich. Damit ließe sich schon ein guter Zaun anschaffen.

Mit der darüber hinaus angekündigten Förderrichtlinie ab 2020 für weitere Herdenschutz-Investitionen könne ein Weg für ein friedliches Miteinander von Weidetierhaltung und Wolf gefunden werden.

Nabu: Entschädigung nicht sinnvoll 

Der Nabu Hessen hält die Förderung des Herdenschutzes für sehr viel sinnvoller als Entschädigungszahlungen für gerissene Tiere. Erstens fielen diese Verluste wirtschaftlich nicht ins Gewicht: Denn jährlich würden in Hessen schon im Rahmen der normalen Haltung rund 15 000 Schafe sterben, während in diesem Jahr nur zwölf Schafe von einem Wolf gerissen wurden.

Zweitens falle angesichts dieser sehr hohen Zahl normal verendeter Tiere (die dann auch manchmal von Füchsen oder Hunden angefressen werden) ein enormer Prüfaufwand an, wenn jedes Mal DNA-Tests gemacht werden müssten. Und drittens schütze eine Entschädigungszahlung nicht vor einem neuen Wolfsangriff. 

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