Vorbereiten auf neue Pflicht

Wolfhagens Geschäftsleute und Schulen bereiten sich auf die Maskenpflicht vor - Unternehmen spendete 3500 Masken an Grundschule

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3500 Masken für die Grundschule: (von links) Malermeister René Gross, Masken-Spender Olaf Ullrich von SQ Deutschland mit Stefan Ost, Konrektorin Helena Finke, Schulsekretärin Annette Funke und die Schulleiterin der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Grundschule, Monika Harms. Damit ist die Schule für die Maskenpflicht gerüstet.

Ab Montag gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften, Banken und Postfilialen die Maskenpflicht. Verschiedene Unternehmen aus dem Wolfhager Land bereiten sich vor.

Wolfhager Land – Ab Montag gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften, Banken und Postfilialen die Maskenpflicht. Wer die Maske nicht trägt und auch nach Aufforderung durch das Ordnungsamt oder die Polizei nicht aufsetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die in Hessen mit einem Bußgeld von 50 Euro geahndet wird.

Geschäftsleute im Wolfhager Land bereiten sich nun im Schnellgang auf diese neue Regelung vor. Matthias Hofmann, Marktleiter des Edeka in Zierenberg, hatte schon früher in weiser Voraussicht Masken für seine Mitarbeiter besorgt: „Das wird schon eine Umstellung für uns alle werden, wenn der Schutz acht Stunden am Tag getragen werden muss.“ 

Kunden, die den Laden betreten, müssen eine Mund-Nasen-Maske tragen. „Wer ohne kommt, den dürfen wir nicht ins Geschäft lassen“, so Hofmann. Er sei verpflichtet, das zu kontrollieren.

Auch der NVV und Taxiunternehmen müssen jetzt auf die Masken achten

Der Nordhessische Verkehrsverbund sei gerade in Gesprächen, wie die Masken- Kontrolle in öffentlichen Verkehrsmitteln umgesetzt werden soll, sagt Pressesprecherin Sabine Herms. 

Taxiunternehmer Mark Lüttger aus Bad Emstal macht viele Krankenfahrten. Daher würde sein Team schon lange mit Maske fahren. Er hofft, dass ab Montag auch seine Fahrgäste mit eigenen Masken ausgerüstet sind. Für den Notfall habe er ein paar Einwegmasken in Reserve. Allerdings sei es nach wie vor ein Riesenproblem, diese zu bekommen.

Das Tragen von Gesichtsmasken ist beim Personal in den Arztpraxen inzwischen Standard. Allerdings ziehen die Patienten da noch nicht so mit, wie es die Mediziner wünschen. Die Wolfhager Frauenärztin Marion Reif-Kaiser berichtet, dass die Patienten inzwischen oft eine Maske dabei haben, sie aber erst im Behandlungszimmer aufsetzen. Zum Schutz der Patienten, aber auch des Personals in den Praxen sei es wichtig, dass die Patienten bereits mit Maske ins Haus kommen. 

Kreissprecher Harald Kühlborn geht davon aus, dass auch die Schüler Masken tragen werden. „Wir warten noch auf den Hygieneplan des Landes, sind aber vorbereitet.“ 

SQ-Deutschland spendete 3500 Schutzmasken an Wolfhager Grundschule

Es wird spannend für die Grundschule in Wolfhagen, wie sich die teilweise Öffnung der Schule ab Montag gestaltet. Die Lockerungen in der Coronakrise beinhaltet nun nämlich auch noch die Maskenpflicht, die das Land Hessen ab Montag einführt. 

Bisher war die Grundschule nur mit Desinfektionsmittel seitens des Landkreises ausgestattet. Doch es gab Hilfe: Das Unternehmen SQ-Deutschland spendete 3500 Mund-Nasen-Masken an die Schule. Das Unternehmen siedelt sich gerade erst in Wolfhagen an. Der Kontakt kam über Malermeister und Elternbeirat René Gross zustande. 

„Wir freuen uns riesig und hoffen auf ein bisschen Normalität“, sagte Grundschulleiterin Monika Harms. Die Maske sei auch ein Signal, wenn ab Montag 68 Schüler in die Schule kommen. Ein Signal dafür, dass es im Moment eine besondere Situation ist und die Kinder lernen müssen, Abstand zu halten und Hygieneregeln zu beachten. 

Grundschule: Wie die Pausensituation aussehen wird, ist bisher noch unklar

Zehn oder elf Kinder werden in einer Gruppe betreut. Doch wie die Pausensituation aussehen wird, ist noch niemandem klar. „Die Kinder hatten ja über Wochen quasi Hausarrest“, so die Schulleiterin. 

Nun sollen am Montag die Kinder in der Schule mit Masken ausgerüstet werden – falls sie keine eigenen haben. Viele werden vermutlich schon Masken tragen, wenn sie auf dem Schulweg sind. Für alle Fälle aber hat die Schule jetzt erst mal Masken da. 

René Gross, der sich ohnehin mit seiner ganzen Familie sozial sehr engagiert, wollte ursprünglich 1000 Masken vom Unternehmen SQ kaufen und der Grundschule spenden. Er hat Geschäftsbeziehungen zum neuen Unternehmen, das sich am ehemaligen Diskothek-Standort in Wolfhagen ansiedeln wird. SQ-Senior-Manager Olaf Ullrich fand die Idee so toll, dass er selbst mit einstieg. 

So wurden aus 1000 geplanten Masken gleich 3500 Masken für die Grundschule an der Ippinghäuser Straße. „Das haben wir gerne gemacht“, sagte Ullrich, der sich in Wolfhagen sehr gut aufgenommen fühlt. Für ihn und auch für Geschäftsführer Stefan Ost sei es selbstverständlich, mit ortsansässigen Unternehmen zusammenzuarbeiten. 

SQ versorgt Bund und Länder mit Schutzmasken

Die SQ Deutschland GmbH ist ein Tochterunternehmen der Shengquan Group (SQ) mit Sitz in China. Das Mutterunternehmen ist einer der weltweit führenden Produzenten von keramischen Filtern, Bindemitteln auf Basis von Furan- und Phenolharz, Schlichten, Speiserhilfsstoffen sowie weiteren Produkten für die Gießereianwendung. 

Nun soll neben dem Lager in Kassel ein weiterer Standort in Wolfhagen aufgebaut werden. SQ versorgt auch Bund und Länder mit entsprechenden Masken, die von der einfachen Mund-Nasen-Maske bis hin zur speziellen FFP-Maske reichen. Die jetzt an die Schule gespendeten Masken sind vierlagig. 

Dazu gab es noch ein paar Flaschen Desinfektionsmittel, die Natascha Gross an die Schulleitung überreichte. Die Masken für die Schule kamen direkt vom Mutterunternehmen aus China, wie Olaf Ullrich auf Nachfrage erklärte.

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