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Wolfhager ärgert sich über unleserliches Display beim Fahrkartenautomaten

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Von: Reinhard Michl, Bea Ricken

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Sisyphusarbeit: Der Wolfhager Hans-Jürgen Reek bemängelt, dass bei Sonnenbestrahlung der Berührungsbildschirm des Fahrkartenautomaten am Wolfhager Bahnhof so gut wie nicht lesbar ist.
Sisyphusarbeit: Der Wolfhager Hans-Jürgen Reek bemängelt, dass bei Sonnenbestrahlung der Berührungsbildschirm des Fahrkartenautomaten am Wolfhager Bahnhof so gut wie nicht lesbar ist. © Reinhard Michl

Die Sonne stört beim Ticketkauf, sagt der Wolfhager Hans-Jürgen Reek. Er kann das Display auf dem Ticketautomaten oft kaum erkennen.

Wolfhagen – Ab und zu lässt der Wolfhager Hans-Jürgen Reek für eine Fahrt in die Kasseler Innenstadt sein Auto in der heimischen Garage stehen und nutzt dafür die Regiotram. Obwohl der 79-Jährige mit der Technik bestens vertraut ist, hatte er beim Lösen des Fahrscheins mit dem auf dem Bahnsteig des Wolfhager Bahnhofs installierten Fahrkartenautomat mehrfach Probleme. Hans-Jürgen Reek: „Wenn tagsüber die Sonne scheint, deren Strahlen voll auf den Touchscreen (Berührungsbildschirm) treffen, ist das fast wie ein Suchen im Blindverfahren. Die Schrift auf dem Display ist dann nämlich so gut wie nicht lesbar. Vermutlich nicht nur für mich, sondern für alle Benutzer.“

Über diese Schwierigkeiten informierte der Wolfhager bereits im Juni den Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV).

Vor einigen Tagen startete Hans-Jürgen Reek einen erneuten Versuch und wollte ein Gruppenticket lösen. Dabei habe er feststellen müssen, dass sich beim von ihm bemängelten Lesezustand nichts verbessert habe. „Ich habe die Fahrscheine dann in den Abendstunden erst gelöst. Da war die Sonne weg“, so der 79-Jährige. „Am Abend war die Schrift im Display einigermaßen lesbar, und ich konnte mit etwas Detektivarbeit auch das Gruppenticket lösen.“

Dieses benötigt er für ein Semestertreffen seiner ehemaligen Studienkollegen in Wolfhagen. Hans-Jürgen Reek: „Ein Programmpunkt unserer diesjährigen Zusammenkunft ist der gemeinsame Besuch der Documenta. Da wollen wir nicht mit mehreren Autos hinfahren, sondern mit der Regiotram. Zumal uns diese mitten in das Stadtzentrum bringt, von wo der überwiegende Teil der ausgestellten Exponate und Aktionen in relativ kurzen Wegen zu Fuß zu erreichen sind.“

Auf Anfrage der HNA erklärte der NVV zu dem Fall, dass es sich um einen von der Deutschen Bahn betriebenen Fahrkartenautomaten handelt. Die Bahn sei auch für Wartung und Reparatur zuständig und deshalb in den Fall involviert worden.

Dort ist die Kritik angekommen: „ Unsere Techniker waren bereits vor Ort in Wolfhagen und haben die Funktion des Automaten überprüft“, erklärt eine Sprecherin der Bahn.

Zunächst laufe dort alles ordnungsgemäß. Der Automat habe nach einem Fall von Vandalismus erst im Februar dieses Jahres ein komplett neues Display erhalten. „Wir gehen also davon aus, dass durch die Südausrichtung des Automaten bei Sonneneinstrahlung um die Mittagszeit der Bildschirm dunkler erscheint. Das deckt sich ja auch mit den Beobachtungen des Lesers“, so die Sprecherin der Bahn weiter.

„Wir haben deshalb das Display des Fahrkartenautomaten noch einmal ausgetauscht. Diesmal gegen ein Neues mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Damit erreichen wir unseres Erachtens schon eine deutliche Besserung.“

Falls das nicht ausreicht, will die Bahn den Fahrkartenautomaten an einen geeigneteren Standplatz versetzen, wo er weniger von Sonneneinstrahlung betroffen ist. (Bea Ricken, Reinhard Michl)

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