Bedarf an Zeiten wird erneut erhoben

Wolfhager Ausschüsse bemängeln Datenbasis in Zusammenhang mit Turnhallenbau

Wie groß ist der Bedarf an Hallenzeiten für Schüler und Vereine? Haupt- und Finanzausschuss und der Ausschuss für Jugend, Sport, Kultur und Soziales in Wolfhagen fordern eine erneute Datenerhebung.
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Wie groß ist der Bedarf an Hallenzeiten für Schüler und Vereine? Haupt- und Finanzausschuss und der Ausschuss für Jugend, Sport, Kultur und Soziales in Wolfhagen fordern eine erneute Datenerhebung.

Wolfhager Ausschüsse fordern erneute Datenerhebung bezüglich der Hallenzeiten für Schüler und Vereine.

Wolfhagen – Wie groß muss eine neue Turnhalle für Wolfhagen nun wirklich sein, um alle Bedarfe decken zu können? Diese Frage beschäftigte am Dienstagabend sowohl die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Sport, Kultur und Soziales, als auch jene des Haupt- und Finanzausschusses. Ein Antrag der BWB-Fraktion, eine Resolution zur Errichtung einer Zweifelder-Sporthalle im Umfeld der neuen Grundschule an der Liemecke zu verabschieden, war vor wenigen Wochen in beide Gremien verwiesen worden.

Die Debatte, in die sich auch der bei der Stadt für die Sportentwicklung zuständige Daniel Köntopf und Martina Rapprich, Leiterin des Immobilienmanagements beim Landkreis Kassel, einbrachten, kreiste immer wieder um den selben Punkt: Können mit dem Bau der Einfeld-Turnhalle am künftigen Standort der Grundschule durch den Landkreis sämtliche Wünsche nach Schulsport und Vereinssport befriedigt werden? Die Meinungen gingen auseinander, auch deshalb, weil die Stadtverordneten sich in ihren Argumentationen auf Daten beriefen, die einander widersprachen.

Einerseits hieß es, es falle Sportunterricht aus. Es hieß aber auch, es gebe Leerzeiten in den beiden großen Hallen auf dem Gelände der Walter-Lübcke-Schule. Und zwar sowohl tagsüber, wenn die Hallenzeiten den Schülern vorbehalten seien, als auch am Abend, wenn die Vereine trainieren wollen.

Für den Landkreis Kassel, der einzig für die Abdeckung des Schulsports zuständig ist und daran die Größe der zu errichtenden Halle orientiert, ist die Sache klar. Martina Rapprich: „Die Einfeld-Turnhalle reicht aus.“ Nach Fertigstellung des Gebäudes könnten zusätzliche 50 Stunden Sportunterricht angeboten werden. Damit würde sich das ermittelte Defizit von 88 Sportstunden auf 38 reduzieren. Und die müssten nicht zwangsläufig in einer Halle angeboten werden. Kinder hätten Schwimmunterricht oder nutzten Sportplätze unter freiem Himmel.

Bei der Auslastung der Kapazitäten durch Vereine empfahl Daniel Köntopf, die Einfeld-Sporthalle in Wenigenhasungen im Blick zu haben. Das Gebäude dort habe in der Wintersaison 20/21 immerhin 20 Stunden pro Woche leergestanden.

Auch aus seiner Sicht ließe sich der Bedarf an Trainingszeiten, der ihm von den Vereinen gemeldet worden war, mit der kleinen Halle decken, die der Landkreis Kassel bauen will und die Ende 2023 fertig sein soll. Er sieht bei der Vergabe der Hallenzeiten, in einer noch enger getakteten Nutzung und Einbeziehung aller Bewegungsräume wie Spiegelsaal der Förderschule, Dorfgemeinschaftshäuser und Seminarräume Möglichkeiten einer Optimierung.

Beide Ausschüsse forderten eine bessere Datengrundlage ein. Daher wird Köntopf demnächst die Vereine erneut anschreiben und deren Bedarfe an Hallenzeiten ermitteln. In drei Wochen sollten die Ergebnisse vorliegen. Zuletzt hatte es 2019 eine Befragung gegeben. Herbert Hermann (BWB) forderte, den Kreis der Vereine dabei etwas weiter zu fassen, Feuerwehren und den Reha-Sport ebenfalls zu berücksichtigen. Auch solle der Landkreis noch einmal eine aktualisierte Übersicht über die im Lehrplan vorgeschriebenen Sportstunden und die tatsächlich stattfindenden erstellen. (Antje Thon)

Ringer und Kreis Kassel im Gespräch

Die Ringer des VfL Wolfhagen können vorerst in der Kulturhalle in Wolfhagen trainieren. Wenn die Grundschule an die Liemecke gezogen ist und Teile des dann leer stehenden Gebäudes von Vereinen genutzt werden können, sollen die Kampf- und Kraftsportler dort unterkommen. Doch der Verein hat Bedenken hinsichtlich Flächengröße, Raumhöhe und sanitärer Anlagen. Martina Rapprich, Leiterin des Immobilienmanagements beim Landkreis Kassel, hat den Sportlern nun einen Besichtigungstermin angeboten, bei dem auch die baulichen Möglichkeiten besprochen werden. „Wenn es für die Ringer eine Lösung gibt, dann brauchen wir keine Hallenzeiten mehr“, so Heiko Weiershäuser vom VfL.

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