Wolfhager hatte sich in Südtirol mit dem Coronavirus infiziert und erkrankte - nun ist er wieder gesund

Nicht mehr als ein Kratzen im Hals

Wolfhagen – Wirklich krank hat er sich in den vergangenen drei Wochen nie gefühlt. Da war nicht viel mehr als ein Kratzen im Hals. Rolf Abel gehört zu den ersten Menschen in der Region, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde. Inzwischen ist er wieder gesund.

Der 54-jährige Wolfhager hatte sich in Südtirol angesteckt, wo er zu einem Zeitpunkt im Skiurlaub war, als die Region nicht als Risikogebiet galt.

Als Abel am 29. Februar vom Grödnertal zurück nach Wolfhagen fuhr, verfolgte er im Autoradio die Nachrichten. „Da gab es nur noch das Thema Corona.“ Bei ihm und seiner Frau war zu diesem Zeitpunkt alles normal. Erst zwei Tage später, am Montag, verspürte er ein leichtes Kratzen im Rachen, „das habe ich fünf Mal im Jahr“.

Ein Unwohlsein, das ihn sonst nicht von seiner Arbeit abhalten würde. Doch sensibilisiert durch die Berichterstattung und seinen Job als Versicherungsmakler, der verbunden ist mit vielen Kundenkontakten, ließ er seine Symptome abklären und vom Hausarzt einen Abstrich nehmen. „Ich hatte nicht mit einem positiven Ergebnis gerechnet.“ Umso überraschter war er von der Diagnose.

Von da an befand er sich in häuslicher Isolation. Das Gesundheitsamt meldet sich täglich, erkundigte sich nach seinem Befinden. Neun weitere Personen, zu denen er Kontakt hatte, wurden ebenfalls in Quarantäne geschickt. „Bei ihnen wurde aber nichts festgestellt. Auch meine Frau hatte nichts.“ Die Tage zu Hause verbrachte er zunächst auf dem Sofa. Er schlief etwas mehr als sonst, fühlte sich aber rasch ausgeruht. „Am Anfang war das schön und lustig. Ich dachte, dann erhole ich mich eben und komme mal so richtig runter.“ Im Fernsehen verfolgte er die neuesten Entwicklungen und machte sich über das Virus schlau. Später suchte Abel, der sich zu keinem Zeitpunkt wirklich krank fühlte, Ablenkung. Er mähte den Rasen, „obwohl es da vermutlich noch nichts zu mähen gab“, er säuberte die Terrasse und strich die Gartenmöbel.

„Ich las das eine oder andere Buch mehr“, aber irgendwann machte sich Langeweile breit. Obwohl er sich in Haus und Garten frei bewegen konnte, musste er immer wieder daran denken, wie es wohl sein muss, im Gefängnis zu sitzen und von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. „19 Tage können verdammt lang sein.“ Es dauerte nicht lange, bis der 54-Jährige zumindest halbtags wieder arbeitete – statt im Büro nun eben aus dem Homeoffice heraus. Rolf Abel, bei dem die Krankheit einen sehr milden Verlauf nahm, ist seine Infektion mit dem Coronavirus sehr offensiv angegangen, hatte darüber frühzeitig auf der Internetplattform Facebook informiert und dafür überwiegend positive Resonanz erfahren.

„Heute weiß ich, das war der richtige Weg. Und ich weiß auch, dass niemand von mir das Virus bekommen hat“, sagt der Wolfhager mit viel Erleichterung in der Stimme. Für die Maßnahmen, die die Regierungen von Bund und Ländern ergriffen haben, hat der Geschäftsmann viel Lob. Und er hofft, dass sich die Menschen an die aktuellen Einschränkungen halten.

Rubriklistenbild: © Antje Thon

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