Wolfhager Imkerverein eröffnet im Juni Lehrbienenstand in den Bruchwiesen

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Diesen Insekten gilt die Aufmerksamkeit: Eine Biene sammelt auf einer Kamillenblüte Pollen, den sie an ihren Hinterbeinen befestigt, um ihn zum Bienenstock bringen zu können.

Auf dem Weg zum Lehrbienenstand ist der Imkerverein 1865 Wolfhagen ein gutes Stück vorangekommen.

Mitte Juni soll die Anlage, die auf dem Gelände der alten Gärtnerei in den Wolfhager Bruchwiesen eingerichtet wird, eröffnet werden.

Mit dem Lehrbienenstand wollen die erfahrenen Imker des Vereins zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen möchten sie die Öffentlichkeit informieren über die Bedeutung der Insekten im Ökosystem und als wichtiger Bestandteil der Nahrungskette für die Menschen. Daneben wollen sie in den Bruchwiesen Nachwuchsimker bei deren Ausbildung unterstützen. Dafür sollen zunächst zwei Bienenvölker auf dem 800 Quadratmeter großen Gelände einziehen.

Der Verein, der sich aktuell über einen wieder stärkeren Zulauf an Mitgliedern freut, hat daher zwei Zuchtköniginnen erworben. Eine stammt aus dem Raum Hofgeismar, die andere aus Hanau, aber beide gehören der Unterart Carnica an. Die neuen Reinzuchtvölker, die derzeit von einem Vereinskollegen betreut werden, sollen in wenigen Wochen in die Bruchwiesen umgesiedelt werden. Bei der Auswahl der Königinnen hätten sie Wert gelegt auf bestimmte Eigenschaften, sagt der zweite Vorsitzende, Dieter Spangenberg. So seien die Völker sehr friedlich und überhaupt nicht stechlustig. Der Ertrag der Bienen sei hoch, auch besäßen sie eine große Toleranz gegenüber der Varroamilbe, einem parasitär lebenden Schädling, der ganze Völker erheblich schwächen kann.

Arbeiten seit über einem Jahr am Lehrbienenstand: Imkerberater Horst Broger (von links), Dieter Spangenberg, stellvertretender Vorsitzender des Imkervereins 1865 Wolfhagen, und Schriftführer Dieter Kleinhans.

In den kommenden Wochen wollen die Männer die Standplätze für die Bienen herrichten. Ein bunter Blühstreifen soll ebenfalls angelegt werden. Die Wildblumen sollen möglichst während einer Trachtlücke aufblühen, also dann, wenn es für Bienen, aber auch für andere Insekten, schwer wird, Nahrung zu finden – also Ende Mai bis Mitte Juni, sagt Imkerberater Horst Broger.

Ergänzt werden soll der Lehrbienenstand, auf dem einige Vereinsmitglieder bereits im November ein Holzhaus errichtet haben, um Tafeln mit spannenden Informationen über die Tiere. Sie denken darüber nach, jährlich einen Tag der offenen Tür anzubieten. Feste Öffnungszeiten würde es nicht geben. Der Lehrbienenstand solle eher als Anlaufstelle dienen, die nach telefonischer Kontaktaufnahme zum Verein dann mit einem Imker besetzt sein soll. Das Interesse an Bienen sei derzeit sehr groß, sagt Spangenberg. Intensive Landwirtschaft und veränderte Lebensweisen haben in der Vergangenheit an vielen Stellen zum Artensterben geführt. Den Bienen kommt dabei so etwas wie eine Symbolfunktion zu. Das spüre man auch im Verein.

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