Nach Corona-Pause

Wolfhager Kino öffnete als eines der ersten

Abstände zu wahren ist das A und O , auch im Wolfhager Cinema: Kai Mellinghoff hat vor der Wiedereröffnung am S amstag sein Kino entsprechend ausgemessen. Foto: Sascha Hoffmann

Im Wolfhager Kino werden nach wochenlanger Corona-Pause wieder Filme gezeigt.

Es ist ganz schön hektisch am Samstag im Wolfhager Cinema. Gerade ist von Filmgigant Universal per Express eine Festplatte geliefert worden, auf der sich der Film „Trolls World Tour“ befindet. Wegen Corona war der jüngst nicht über Kinoleinwände, sondern mittels Streamingdiensten zu horrenden Preisen über heimische Mattscheiben geflimmert und soll nun – vermutlich zum ersten Mal – in einem deutschen Kino laufen, in Kai Mellinghoffs Kino.

„Die neuen Lockerungen der Hessischen Landesregierung machen es möglich“, sagt Mellinghoff. „Als ich davon hörte, habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um direkt starten zu können.“ Einziges Problem: Der Zugangsschlüssel, den er zum Überspielen des Films auf seinen Server benötigt, fehlt. „Das darf doch jetzt nicht wahr sein“, grummelt er, checkt zum x-ten Mal seine Mails und versucht parallel dazu, beim Filmverleiher jemanden ans Telefon zu bekommen. „Die sind natürlich auch völlig überrascht worden, alle hatten sich darauf eingestellt, dass vor Juli auf gar keinen Fall etwas gehen würde“, so der 50-Jährige, der bis zur geplanten Wiedereröffnung am Nachmittag noch allerhand zu tun hat.

Der Schreiner ist gerade weg, nun will der durch ihn angebrachte Spuckschutz an der Kinobar geputzt und der bei den Arbeiten entstandene Dreck beseitigt werden. Weitere Hygienemaßnahmen hat Mellinghoff glücklicherweise schon in den Tagen zuvor angebracht, etwa die Hygienemittelspender in den Toiletten. Doch damit nicht genug, galt es auch für Besucher weniger offensichtliche Hürden der Landesverordnung zu überwinden. Der Zollstock, der im Eingangsbereich ausgeklappt am Boden liegt, lässt erahnen, worum es dabei geht: die Abstandspflicht. „Anderthalb Meter müssen überall gewährt sein, nicht nur zwischen den Sitzen, sondern auch dann, wenn die Menschen etwa zur Bar oder auf die Toilette gehen“, erklärt Mellinghoff, der bereits am Donnerstag seinen Kinosaal ausgemessen, ein eigenes Sicherheitskonzept erarbeitet und nach Abstimmung mit dem Ordnungsamt die Platzverteilung entsprechend im Buchungssystem für die begehrten Tickets hinterlegt hat.

„26 Besucher darf ich im Moment reinlassen, pro Reihe sind dabei Menschen aus maximal zwei Haushalten erlaubt, sagt er und ist überglücklich, endlich wieder öffnen zu dürfen. Er habe das „Kinomachen“ nämlich schon vermisst, sagt er und freut sich nun, in den kommenden Tagen „Die Känguru-Chroniken“ und auch „Trolls World Tour“ zeigen zu können– die Abenteuer der kleinen Filmhelden haben es am Ende nämlich doch noch auf Kai Mellinghoffs Server geschafft.

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