Wolfhager Malermeister stellt zwei Flüchtlinge ein

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Flüchtlinge bekommen in Wolfhagen einen Job bei Malermeister Gross: (im Bild) von links Kathrin Schacht, Efrem Tesfom aus Eritrea, Melaku Gatachew aus Äthiopien, Rene Gross und vorn die beiden Kinder Neele und Leonas Gross.

Wolfhagen. Der Weg war nicht leicht, aber jetzt haben sie es geschafft: Efrem Tesfom aus Eritrea und Melaku Gatachew aus Äthiopien können bei Malermeister Rene Gross arbeiten.

Der 24-jährige Efrem macht eine Ausbildung zum Maler und Lackierer, der 31-jährige Melaku arbeitet als Maler-Helfer.

Und alle Seiten sind begeistert. Vor allem Gross, der unbedingt beiden eine Chance geben wollte. Dankbar sind Gross und Ehefrau Natascha den Helfern im Hintergrund, allen voran Kathrin Schacht von der ökumenischen Flüchtlingshilfe der evangelischen Kirche in Wolfhagen.

Kathrin Schacht war es nämlich, die beim Einkaufen in Wolfhagen einfach Natascha Gross angesprochen und gefragt hat, ob in ihrem Malerbetrieb noch Menschen benötigt werden. Die beiden Frauen kennen sich durch ihre gleichaltrigen Kinder aus dem Kindergarten. Und so rollte das Ganze an.

„Es gibt so viele junge Flüchtlinge, die gerne eine Ausbildung machen wollen“, sagte Kathrin Schacht. Aber aufgrund mangelnder Erfahrung oder wegen befürchteter Kommunikationsprobleme würden viele sich nicht trauen, diese jungen Menschen einzustellen. Ganz anders bei Rene Gross, und der hofft nun, dass sein Beispiel Schule machen wird und weitere Unternehmen diesen jungen Menschen eine Chance für einen Beruf geben. Doch bevor die beiden gedulteten Flüchtlinge auch offiziell arbeiten durften, mussten einige Hürden genommen werden. Der Weg ging vom Job-Center, der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung und über die Ausländerbehörde.

Viele Briefe, Empfehlungen und Bitten hatte Gross zusätzlich geschrieben. Knapp sechs Wochen hat es gedauert, bis von allen Seiten grünes Licht kam. „Nicht-Europäer werden erst ganz zum Schluss berücksichtigt“, erklärte Kathrin Schacht. Ihr liegt die Integration besonders am Herzen.

Zusätzlich hat sich Malermeister Gross dann auch auf die „Hinterbeine“ gestellt. „Entweder die beiden oder gar keinen“, sagte der Malermeister. Jetzt ist alles gut und Gross glücklich. Melaku wohnt in Wolfhagen, arbeitet schon im Betrieb und hat sich als äußerst fleißig, pflichtbewusst und pünktlich erwiesen. „Er will alles machen“, sagte Gross und klopfte Melaku auf die Schulter.

Die Verständigung laufe halb englisch, halb deutsch. Auch die Sorge der zehn Mitarbeiter im Malerbetrieb, dass man sich vielleicht nicht verständigen könnte, sei längst Vergangenheit. „Das Eis war ganz schnell gebrochen. Das klappt alles ganz prima“, sagte Gross.

Efrem lebt in der Pommernanlage in Gasterfeld und beginnt seine Ausbildung am 1. August. Er ist seit einem Jahr in Deutschland und spricht schon richtig gut Deutsch. Zwei Mal in der Woche besucht er einen Deutschkurs. „Ich möchte gerne Maler werden“, sagte Efrem dankbar.

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