Am Haken aufs Plateau

Wolfhager Papiermühlen-Dynastie: Die Scheuermann-Grabmale wurden restauriert

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Sauber nebeneinander: Die tonnenschweren Grabmale wurden auf dem Plateau des Schützebergs in ein Kiesbett gelegt. 

Wolfhagen. „Hier ruht in Gott die ehr- und tugendsame Jungfer Katharine Elisabeth Scheuermann, eheliche Tochter des kunsterfahrenen Papiermachers Johannes und Christine Scheuermann.

Geboren am 18. Junius 1741, gestorben am 30. September 1758.“ Dies ist nur eine Inschrift auf einer der insgesamt sieben mächtigen Grabplatten aus Sandstein der Familie Scheuermann. Diese geschichtlichen Zeugnisse wurden nach dreijähriger Abwesenheit am Montag nach aufwendiger Restaurierung wieder auf den Schützeberg gebracht. Die älteste Grabplatte stammt aus dem Jahr 1744.

Projekt läuft schon seit den 80ern

Begonnen hatte das Projekt eigentlich schon 1988. Da besuchte der in Berlin lebende Heinrich Scheuermann die Heimat und Ruhestätte seiner Vorfahren und fotografierte damals die Inschriften der zwischen 700 und 1200 Kilogramm schweren sieben Grabplatten. Im Jahr 2015 vergab er den Auftrag zur Restaurierung an den Elbenberger Steinmetzmeister Uwe Bächt. 

Ein Jahr später, im Juni 2016 verstarb Heinrich Scheuermann, einer der Mitbegründer des heutigen Edeka-Großkonzerns. Seine Erben stoppten die weitere Finanzierung der Grabplattenaufarbeitung. So konnte Uwe Bächt nur fünf Steine komplett restaurieren. Die Kosten für die sechste teilten sich Bächt und der Wolfhager Heimat- und Geschichtsverein, der siebte Grabstein wurde nur gereinigt. 

Wolfhager Mühlendynastie

Die Familie Scheuermann zählte damals zur Wolfhager Mühlendynastie, betrieb an Erpe und Twiste insgesamt sieben Papiermühlen. Damit hatte die Familie Scheuermann auch das heute noch gültige Anrecht der Wolfhager Mühlenfamilien Gerhold, Kleinschmidt und Wagner, auf dem Friedhof auf dem Schützeberg, dem historisch wichtigsten Kulturdenkmal, ihre Verstorbenen dort zu bestatten. Die letzte Beerdigung auf dem Schützeberg fand im Juni 2017 statt, es war dort die erste Urnenbestattung.

Für die Vorbereitungen der Grabplattenlegung hatten Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins zwei Tage lang 250 Kubikmeter Schotter aufgebracht. 

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