Händler fühlen sich von Stadt im Stich gelassen

Wolfhager Servicegemeinschaft schließt Innenstadtbüro

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Schon leergeräumt: das Stadtbüro der Servicegemeinschaft in Wolfhagen. 

Wolfhagen. Die Wolfhager Servicegemeinschaft hat am Samstag ihr Stadtbüro an der Wolfhager Haupteinkaufsmeile aufgegeben und für einen weiteren Leerstand in der Altstadt gesorgt.

Die Wolfhager Servicegemeinschaft, ein Zusammenschluss von Geschäftsleuten aus Handel, Gewerbe und Gastronomie, hat am Samstag ihr Stadtbüro an der Wolfhager Haupteinkaufsmeile, der Schützeberger Straße, aufgegeben und für einen weiteren Leerstand in der Altstadt gesorgt. Zu den Gründen, warum sich die Servicegemeinschaft nach zweieinhalb Jahren am Standort zurückzieht, sagt Vorsitzender Orhan Kalkan, das Büro habe „keinen Nutzen für die Mitglieder“ gebracht, und man wolle Kosten reduzieren, die Miete sparen.

Bei der Eröffnung Anfang September 2015 war noch die Rede von einer Kooperation mit der Stadt Wolfhagen. Tatsächlich, so Kalkan, sei die Servicegemeinschaft im Stadtbüro auf sich allein gestellt gewesen, die Kommune habe „selbst nach mehrfacher Bitte um Aushilfe und Beteiligung“ keine Anstalten gemacht, sich einzubringen.

Das Stadtbüro war eingerichtet worden als zentraler Info-Punkt für Mitglieder der Servicegemeinschaft, Bürger, Vereine und Verbände sowie Touristen. An einen Ersatz sei vorerst nicht gedacht, so gebe es nun ein weiteres leer stehendes Geschäft. Und weitere werden folgen, sagt Kalkan, als nächstes die gegenüber liegende Schützeberg-Apotheke am Ende dieses Monats. Als Gründe für die Misere nennt Kalkan den Online-Handel, aber auch die Ansiedlung von Märkten am Stadtrand mit ausreichend Parkraum.

„Die Stadt müsste aktiv entgegenwirken in Form von Steuererleichterungen“ etwa bei der Grundsteuer, sagt Kalkan, das würde sich „direkt auf eine Minderung der Miete auswirken“. Und: „Auch das Aussetzen von Gewerbesteuer könnte helfen. So kann man gezielt Gewerbe in diesem Bereich attraktiver gestalten und ansiedeln.“

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