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Wolfhager Stadtwerke senken Steuern auf Gas für das ganze Jahr 2022

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Von: Bea Ricken

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Hier fließt es durch, das teure Gut: Alexander Bunte (rechts) und Karl Reiss von der Energie Waldeck-Frankenberg arbeiten am Erdgasnetz in Wolfhagen.
Hier fließt es durch, das teure Gut: Alexander Bunte (rechts) und Karl Reiss von der Energie Waldeck-Frankenberg arbeiten am Erdgasnetz in Wolfhagen. © Bea Ricken

Gaspreis-Explosion soll abgemildert werden.

Wolfhager Land – Täglich gibt es derzeit Hiobsbotschaften rund um das Thema Gas, und das sorgt für Angst und Verunsicherung bei den Menschen. Nachdem in den vergangenen Tagen bereits die ersten Versorger Informationen herausgegeben haben, wie sich die erhöhten Preise samt Gasbeschaffungszulage darstellen, gab es gestern vonseiten der Wolfhager Stadtwerke zumindest zwei gute Nachrichten.

„Wir werden die Gasspeicherumlage nicht an unsere Kunden weitergeben“, erklärte Geschäftsführer Alexander Rohrssen. Der Umlagebetrag belaufe sich auf 0,059 Cent pro Kilowattstunde und sei nur geringfügig. Dies hätte bei einem Familienverbrauch von rund 20 000 Kilowattstunden 11,80 Euro pro Jahr ausgemacht.

Punkt zwei: Die Bundesregierung will die Verbraucher entlasten und die Mehrwertsteuer auf sieben Prozent für die Gaslieferungen senken. Diesen Vorteil wollen die Stadtwerke nicht erst ab 1. Oktober weitergeben, wenn die Gasbeschaffungsumlage greift, sondern für den gesamten Abrechnungszeitraum 2022. „Dies führt auf jeden Fall zu einer deutlichen Entlastung“, so Rohrssen.

Die Energie Waldeck-Frankenberg, die ebenfalls Kunden im Altkreis Wolfhagen, vorwiegend in Breuna, versorgt, hat die künftige Höhe des Gaspreises noch nicht festgelegt. Diese werde derzeit ermittelt, teilt Sprecher Axel Voigt mit. „Die EWF wird aber die Umlage weitergeben müssen. Die Kunden müssen ab Oktober - vor allem beim Gas - mit höheren Preisen rechnen.“

Das Unternehmen EWF könne das aktuelle Marktgeschehen nicht beeinflussen. Auch in der eigenen langfristigen Beschaffung seien die höheren Strom- und Gaspreise mittlerweile zu spüren, so Voigt. „Ein Großteil der benötigten Gasmengen für unsere Kunden wurde über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu günstigeren Preisen beschafft. Dennoch wird die EWF aufgrund der fortdauernd hohen Preise bei Strom und Gas gezwungen sein, die eigenen Mehrkosten in gewissem Umfang weiterzugeben.

Die Stadtwerke Wolfhagen hatten die Erhöhung der Preise anhand einer Beispielrechnung dokumentiert: In der Grundversorgung liegt die Kilowattstunde Gas derzeit bei 31,9 Cent und steigt damit auf 34,77 Cent pro Kilowattstunde. Im günstigsten Tarif für Neukunden, dem „Wohlfühlgas“, werden jetzt statt 29,97 Cent pro Kilowattstunde 32,84 Cent fällig. Dies stellte ein HNA-Leser infrage. Alexander Rohrssen bestätigte gestern dieses Beispiel und betonte, dass es sich explizit um Preise für Neukunden handelt.

Ein Stammkunde der Wolfhager Stadtwerke kommt deutlich günstiger davon: So sind im Stammkunden „Wohlfühltarif“ statt bisher 11,96 Cent pro Kilowattstunde Gas ab 1. Oktober 17,14 Cent pro Kilowattstunde brutto zu zahlen. Hinzu komme die Gasbeschaffungszulage von brutto 2,879 Cent.

Der Grundpreis soll bei den Stadtwerken bei zehn Euro im Monat bleiben.

Die Stadtwerke haben ihren Kunden inzwischen neue Abschlagsbeträge mitgeteilt. Dieser betrifft ausschließlich die Erdgaslieferung und wird am 1. November erstmals fällig. Inzwischen gibt es einige Kunden, die bereits in Kontakt mit den Stadtwerken getreten sind, weil sie Bedenken haben, ihre Rechnung am Ende des Jahres nicht zahlen zu können. Hier werde nach individuellen Lösungen gesucht, so Rohrssen.

Die EWF ruft die Kunden zum verstärkten Energiesparen auf. Dazu zähle beispielsweise die regelmäßige Wartung und Überprüfung der Heizung durch einen Installateur, mit dem dann auch weitere Maßnahmen besprochen werden könnten. Auch die Optimierung des Warmwasserverbrauchs könne dazu beitragen, den Gasverbrauch zu senken.

Zusätzlich solle laut EWF auch der Stromverbrauch analysiert werden – beispielsweise durch einen Vergleich des eigenen Stromverbrauchs mit Durchschnittsverbräuchen. Sollte der Stromverbrauch besonders hoch ausfallen, könnten einzelne Geräte Zuhause mit einem Strommessgerät überprüft werden.

In den Kundenzentren der EWF erhalten Kunden kostenfrei ein leicht zu bedienendes Strommessgerät für die Dauer von ein bis Wochen.

Damit kann zum Beispiel der Verbrauch von Kühlschränken überprüft werden. Anhand der beiliegenden EWF-Broschüre können Verbraucher dann einschätzen, ob die eigene Ausstattung mehr Strom benötigt als vergleichbare Geräte. (Bea Ricken)

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