Nähe zur A 44 günstig für überregionale Tätergruppen

Zahl der Straftaten im Altkreis Wolfhagen steigt um 16 Prozent

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Wolfhager Land. Viele Einbrüche und eine gestiegene Zahl allgemeiner Delikte beschäftigte die Polizisten im Wolfhager Land im vergangenen Jahr.

Deutlich mehr Straftaten registrierten die Beamten der Polizeistation Wolfhagen im Jahr 2014: 1531 Delikte weist die Kriminalitätstatistik aus - eine Zunahme um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (1318 Fälle). Allerdings stieg auch die Aufklärungsquote von 57,7 auf 58,3 Prozent, was der Leiter der Station, Volker Pieper, gerade angesichts der gestiegenen Fälle als Erfolg bewertet. Im Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen liegt die Wolfhager Dienststelle damit ganz weit vorn.

Während sich die Art der Straftaten in allen Kommunen des Wolfhager Landes teils deutlich voneinander unterscheidet, ist ein Bundestrend - außer in der Gemeinde Breuna - auch im gesamten Altkreis festzustellen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist gestiegen. Im vergangenen Jahr waren es 58 Fälle, im Jahr 2013 noch 48, ein Anstieg um 20,8 Prozent. Das Sorgenkind der Wolfhager Beamten ist im Bereich Wohnungseinbrüche laut Volker Pieper die Gemeinde Habichtswald. Dort stieg die Zahl der Delikte um das vierfache von 3 auf 15, die Aufklärungsquote sank parallel dazu um 20 Prozent.

Dafür gibt es laut Karsten Turski, Leiter der Ermittlungsgruppe aus Wolfhagen, auch Gründe: „Einerseits liegt die Gemeinde durch die Nähe zur A 44 günstig für überregionale Tätergruppen, die nach der Tat über die Autobahn schnell flüchten können.“

Andererseits seien Dörnberg und Ehlen auch für Täter aus der Kasseler Drogenszene attraktiv, weil sie über mehrere Bundes- und Landesstraßen an- und in kürzester Zeit wieder abfahren könnten. Noch schlimmer als der oft hohe Sachschaden sei natürlich die psychische Belastung für die Betroffenen. Dies nehme man sehr ernst, daher stehe Habichtswald auch ganz klar im Fokus der Beamten, die ihre Präsenz und Kontrollen bereits verstärkten und weiter ausbauen werden, kündigte Pieper an.

Hintergrund

612 Straftaten mehr als im Vorjahr bedeuten im Landkreis Kassel eine Zunahme um 8,1 Prozent. 8200 Delikte wurden 2014 im Landkreis Kassel bearbeitet (2013: 7588).

Auch wenn mit 4202 Fällen fünf mehr als im Jahr 2013 geklärt werden konnten, sank die Aufklärungsquote durch den allgemeinen Straftatenanstieg auf 51,2 Prozent, im Vorjahr waren noch 55,3 Prozent erreicht worden. Auch die Einbrüche nahmen im Landkreis Kassel überaus deutlich zu: 419 Fälle im Jahr 2014 bedeuten einen Anstieg um satte 48 Prozent (285 im Jahr 2013). (use/uli)

Die komplette Statistik des Polizeipräsidiums Nordhessen finden Sie unter http://zu.hna.de/polks1303

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