Zahl der Wildschweine auf Rekordniveau: Boom wegen mildem Winter und viel Nahrung

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Wolfhager Land. So viele Wildschweine gab es lang nicht: Der milde Winter im vergangenen Jahr, in dem auch schwache Frischlinge überlebt haben, die bei normalen Witterungsverhältnissen gestorben wären, sowie ein reichhaltiges Nahrungsangebot haben zu der hohen Population geführt.

In diesem Jahr ist die Zahl der Wildschweine im Landkreis Kassel auf einem Rekordniveau. Die Zahl der Wildunfälle wird daher weiter auf einem hohen Niveau bleiben.

Theo Arend, stellvertretender Chef des Forstamts Wolfhagen, geht davon aus, dass die Wildschweinpopulation derzeit so hoch wie das letzte Mal vor fünf Jahren ist. Genaue Zahlen gibt es nicht, der Förster schätzt allerdings, dass sich im 4000 Hektar großen Habichtswald 500 bis 600 Wildschweine tummeln.

Die Population schätzen die Förster anhand der erlegten Strecke. Obwohl die Jagdsaison demnächst erst richtig los geht, sind im Bereich des Forstamtes Wolfhagen in diesem Jahr bereits 80 Wildschweine gestreckt worden. Arend geht davon aus, dass es bis Jahresende um die 200 Tiere werden könnten.

Laut Arend gibt es vier legitime Gründe für die Jagd: Um Seuchen zu vermeiden, die Vermeidung von Wildunfällen und hohen Schäden in der Landwirtschaft sowie die Gewinnung eines Nahrungsmittels. In nächster Zeit werde es im Habichtswald wegen Jagden vermehrt zu Absperrungen kommen.

Die Zahl der Wildunfälle in Stadt und Landkreis Kassel ist nach Angaben von Peter Dworak von der Verkehrsdirektion Kassel im ersten Halbjahr 2014 mit 465 Fällen (435 im Landkreis, 30 Stadt) geringfügig höher als im ersten Halbjahr 2013, allerdings nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Täglich werde die Polizei zu zwei bis drei Wildunfällen gerufen. Obwohl die Polizei seit vielen Jahren auf die Gefahr durch Wildwechsel auf Straßen hinweise, ignorierten viele Verkehrsteilnehmer diese Warnungen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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