Unwissenheit häufige Ursache

Zahlen im Kreis rückläufig: Flüchtlingskinder seltener bei Vorsorge

Wolfhagen/Kreis Kassel. Die Zahl der nicht vorgenommenen Vorsorgeuntersuchungen von Kindern ist 2015 im Landkreis Kassel im Vergleich zum Jahr davor gestiegen. Ursache dafür ist nach Auskunft von Bettina Schmedes vom Jugendamt des Landkreises die große Zahl zugezogener Flüchtlinge.

Demnach wurden im Jahr 2014 insgesamt 503 nicht vorgenommene Vorsorgeuntersuchungen vom Hessischen Kindervorsorgezentrum (KVZ) in Frankfurt beim Kreis-Jugendamt gemeldet. 2015 waren es 575, also über 14 Prozent mehr. Die Flüchtlinge seien mit vielen neuen Pflichten stark belastet und die Vorsorge werde schlichtweg vergessen. In manchen Fällen wüssten sie auch nichts vom Vorsorgegesetz.

Wenn Erziehungsberechtigte aus dem Kreis ihrer Vorsorgepflicht nicht nachkommen, wird Schmedes vom KVZ benachrichtigt. Daraufhin kontaktiert sie die zuständigen Kinderärzte und die Familien. Ihre Aufgaben ist es herauszufinden, ob die Untersuchungen gemacht wurden oder nicht. Wenn nicht, kümmert sie sich darum, dass die Untersuchungen nachgeholt werden. Von den 503 Meldungen aus 2014 wurden laut Schmedes 165 Vorsorgeuntersuchungen tatsächlich nicht gemacht. Insgesamt 122 der Untersuchungen lagen nicht mehr im vom KVZ vorgegebenen Toleranzzeitraum. In 216 Fällen handelte es sich laut Schmedes um Meldungen von Vorsorgeuntersuchungen, die auf dem Weg zwischen Kinderärzten, KVZ und Jugendamt verloren gegangen sind. Schmedes wies im Jahr 2014 also 165 Familien auf ihre Vorsorgepflicht hin.

Mit Erfolg, denn nur bei 25 musste sie einen Hausbesuch des Jugendamts anordnen, weil die Familien ihrer Pflicht nicht nachkamen. Im Jahr 2015 sank diese Zahl auf 17. Somit sei letztlich „die Teilnahmequote an den Untersuchungen durchaus gestiegen“, sagt Schmedes.

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