Zaun am Schützeberg steht wieder

Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen investiert in Kulturdenkmal

Freuen sich über den neuen Zaun: Richard Mangold (links) und Walter Tripp vom Heimat- und Geschichtsverein. Der Verein investierte 1100 Euro in neue Zaunpfähle, der Bauhof richtete den Zaun neu aus.
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Freuen sich über den neuen Zaun: Richard Mangold (links) und Walter Tripp vom Heimat- und Geschichtsverein. Der Verein investierte 1100 Euro in neue Zaunpfähle, der Bauhof richtete den Zaun neu aus.

Das Plateau des Schützeberges bei Wolfhagen ist weiträumig umgeben von einem hölzernen Zaun, der zuletzt an vielen Stellen seine Standfestigkeit verloren hatte.

Wolfhagen – Die stützenden Holzpfähle, die Mitglieder des Wolfhager Heimat- und Geschichtsvereins im Jahr 2012 für 5000 Euro aus der Vereinskasse bezahlt und selbst gesetzt hatten, waren überwiegend durchgefault, sodass der Zaun zusammenfiel.

In Absprache mit der Stadt Wolfhagen hat der Heimat- und Geschichtsverein jetzt erneut aus der eigenen Kasse über 1100 Euro in die Hand genommen und neue Pfosten gekauft. Die neuen Stützen bestehen im Kern aus Beton und sind mit Kunststoff in Holzmaserung ummantelt, was besser vor Verwitterung schützen soll. Richard Mangold, der seit 1972 Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins ist, hatte sich mit seinem Team schon darauf eingestellt, die Stützpfähle selbst aufstellen zu müssen. Doch diesen Job erledigte der städtische Bauhof. Die Mitarbeiter schnitten Ersatzbretter passend zu, verschraubten sie und richteten so den gesamten Zaun wieder auf.

Der Schützeberg als frühchristlicher Mittelpunkt des Wolfhager Landes zählt historisch zu den bedeutenden Boden- und Kulturdenkmalen der hiesigen Region. Die auf dem Gipfel im Jahr 724 von Bonifatius gebaute Erzpriesterkirche Sankt Petri, deren Weihe 28 Jahre später erfolgte, diente zur Missionierung und Taufe der Sachsen sowie Chatten. Das einstige Gotteshaus war damit ein Zeugnis des Übergangs von vorchristlichen Naturreligionen zum christlichen Glauben.

Die Erzpriesterkirche, die seit Jahrhunderten verschwunden ist, verlor ihre Bedeutung durch den Aufstieg des Klosters Hasungen und die Neugründung der Stadt Wolfhagen. Heute befindet sich dort ein Friedhof, auf dem die Familienangehörigen der einstigen Mühlenbetreiber im Erpetal bestattet werden können. Die ältesten im Barockstil kunstvoll gestalteten Grabplatten sind die der Papiermüller-Familie Scheuermann.

Diese historischen Grabplatten wurden vor wenigen Jahren für fast 30 000 Euro auf Initiative des Heimat- und Geschichtsvereins unter Beteiligung des Elbenberger Fachunternehmens Bächt restauriert. (Reinhard Michl)

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