Zu viel Müll, zu viel Vandalismus

FSV Wolfhagen sorgt sich um Zukunft des Tretbeckens an der Fredegasse

Tretbecken an der Fredegasse in Wolfhagen: Es liegt vor den Toren der Stadt und ist ein beliebter Treffpunkt. Der FSV hat die Patenschaft für die Anlage übernommen. Vereinsvorsitzender Harms Böttger (rechts) und Lars Eskuche von der Stadt appellieren an Besucher, Müll wieder mit heim zu nehmen und die Anlage nicht zu zerstören.
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Tretbecken an der Fredegasse in Wolfhagen: Es liegt vor den Toren der Stadt und ist ein beliebter Treffpunkt. Der FSV hat die Patenschaft für die Anlage übernommen. Vereinsvorsitzender Harms Böttger (rechts) und Lars Eskuche von der Stadt appellieren an Besucher, Müll wieder mit heim zu nehmen und die Anlage nicht zu zerstören.

Der Enthusiasmus des Fußballvereins FSV Rot-Weiß Wolfhagen, sich um das Tretbecken an der Fredegasse in Wolfhagen zu kümmern, hat zuletzt immer wieder Dämpfer erfahren.

Wolfhagen - Im Sommer vor drei Jahren hatte der Verein die Patenschaft für die vor den Toren der Stadt gelegene Anlage mit Hütte und Feuerstelle übernommen. Ziel war es, ein Auge auf den Treffpunkt zu werfen, der schon damals wiederholtem Vandalismus ausgesetzt war, und ihn in Schuss zu halten. Nun zog Vereinsvorsitzender Harms Böttger eine ernüchternde Bilanz.

Das Müllaufkommen sei immens. Regelmäßig komme es zu Schäden. Mutwillige Zerstörer reagierten sich an Dachrinnen und Fallrohren ab, hätten die Hütte bereits mit Feuer angesteckt und die Info-Tafel im Inneren der Holzhütte abgerissen. Die Leute brächten teilweise ihre Grills mit, platzierten sie auf dem Holztisch und entfachten sie dort. Dass dabei Brandschäden am Tisch entstehen, scheine niemand zu interessieren, folgert Böttger, der selbst hin und wieder in der Fredegasse nach dem Rechten sieht. Die Tischplatte habe man daraufhin abgeschliffen, auch sei sie schon gewendet worden, um die Schäden zu kaschieren.

Während der Saison, also von Frühjahr bis Herbst, kontrollierten Mitglieder des FSV in ihrer Freizeit einmal pro Woche das Tretbecken. Auch die Polizei schaue regelmäßig in der Fredegasse vorbei. Vereinsmitglieder sammeln Müll ein und richten das Gelände so her, dass es auf neue Gäste einladend wirkt. Sie fischen Plastik, Glasflaschen und Scherben aus dem Wasser, beseitigen Exkremente von Zwei- und Vierbeinern. Zuweilen finden die Helfer auch Kleiderschränke, ausrangierte Kinderwagen und anderen Unrat vor. Die vollen Müllsäcke werden bei der Stadtverwaltung abgegeben, die dann die Entsorgung übernimmt.

Im Frühling wird das Wasser aus dem Tretbecken abgelassen. Das Becken selbst wird mit einem Kärcher gründlich gereinigt. Allein damit sei eine Person fünf Stunden beschäftigt, sagt Böttger. Die Fußballer mähen den Rasen und schneiden die Hecke. „Wir hatten damals die Patenschaft übernommen, weil die Stadt auch was für uns macht“, so der Vereinsvorsitzende. So schaffe sie mit Fußballplätzen und anderen Sportstätten die Voraussetzungen, um Sport treiben zu können.

Inzwischen sei mit der Patenschaft eine Belastungsgrenze erreicht, sind sich Harms Böttger und Lars Eskuche von der Stadt Wolfhagen einig. Mit dem bevorstehenden Start der neuen Saison soll ein letzter Versuch unternommen werden, mit dem Tretbecken an der Fredegasse Wolfhager Bürgern und deren Gästen ein Freizeitangebot zu unterbreiten. Sollte es weiterhin zu Vandalismus und Verunreinigungen kommen, für deren Beseitigung zumindest finanziell die Stadt Wolfhagen aufkommt, wollen Eskuche und Böttger beim Magistrat der Stadt für einen Rückbau des Tretbeckens werben.

„Das Schöne der Anlage, nämlich weit ab vom Schuss zu sein, ist auch ihr Nachteil“, sagt Eskuche. Bislang verworfen wurden Ideen, den Weg zur Schutzhütte mit einer Schranke auszustatten oder die Anlage einzuzäunen, mit einem Schloss zu sichern und den Schlüssel an zentraler Stelle zu hinterlegen.

Von Antje Thon

Keine Seltenheit: Bei ihren regelmäßigen Kontrollen finden die Mitglieder des FSV Wolfhagen das Tretbecken häufig in verunreinigtem Zustand vor.

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