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Mehr Sicherheit an der Laubach im Habichtswald

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Von: Antje Thon

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Ein Rückhaltebecken für den Laubach: Das soll vor Überschwemmungen bei nach starken Niederschlägen schützen
Ein Rückhaltebecken für den Laubach: Das soll vor Überschwemmungen bei nach starken Niederschlägen schützen © Antje Thon

Zumeist plätschert die Laubach friedlich dahin: Aber sie kann auch anders. Nach starken Niederschlägen ist es schon mehrfach zu Überschwemmungen gekommen. Das soll nun durch den Bau eines Regenrückhaltebeckens verhindert werden.

Dörnberg – Das Hochwasserrückhaltebecken an der Laubach in Dörnberg soll mit einer festen Überlaufscharte gebaut werden. Dieser Variante haben Habichtswalds Gemeindevertreter nun geschlossen den Vorzug gegeben.

Gegenüber einem Staubauwerk mit beweglichen Stauklappen sei das nun favorisierte Modell günstiger und auch in der späteren Unterhaltung weniger aufwendig, hieß es während der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Die entsprechenden Planungsunterlagen der Ingenieurbüro Wagu GmbH sollen demnächst beim Regierungspräsidium Kassel eingereicht werden, das als Genehmigungsbehörde auch über eine finanzielle Förderung des Vorhabens entscheidet. Wie hoch die Zuschüsse ausfallen werden, steht noch nicht fest.

Erdwall wird mit Wasserbausteinen gesichert

Das Rückhaltebecken soll nach Angaben von Bauamtsleiter Manfred Zenker als Erdwall angelegt werden. Ein Stück unterhalb der Wallkrone befindet sich eine eingelassene Überlaufscharte. Um ein Wegspülen des Staubauwerks zu unterbinden, wird der Erdwall mit Wasserbausteinen gesichert.

Die Laubach, die in der Vergangenheit bereits mehrfach für Hochwasser in Dörnberg gesorgt hatte, fließt im Normalfall unter dem Rückhaltebecken durch. Bei sehr starken Regenfällen fungiert das Bauwerk als Puffer, der Erddamm gibt das Wasser zeitlich verzögert und in stärker gedrosselten Mengen ab, als dies ohne Reservoir der Fall wäre.

Das Regenrückhaltebecken oberhalb der Ortslage soll den Bachlauf und die Verrohrung, in der die Laubach mitunter verläuft, entlasten.

4,7 Kubikmeter pro Sekunde reduzieren

Den Berechnungen des Ingenieurbüros zufolge kann das Entlastungsbauwerk mit einer festen Überlaufscharte den Abfluss eines 100-jährigen Hochwassers von etwa 4,7 Kubikmeter pro Sekunde auf etwa drei Kubikmeter pro Sekunde reduzieren.

Das Regenrückhaltebecken aus Beton, das technisch anspruchsvoller und mit beweglichen Stauklappen ausgestattet wäre, könnte den Abfluss auf 2,7 Kubikmeter pro Sekunde drosseln.

Die flexiblen Bauteile unterliegen jedoch einem höheren Wartungs- und Inspektionsrhythmus. Ob der Bauhof diese Arbeiten übernehmen könne, sei fraglich, heißt es in der Beschlussvorlage. Auch seien die Reinvestitionskosten höher, sie müssten nach 30 bis 50 Jahren angesetzt werden.

„Zum Zwecke der Bio-Pädagogik möglichst mit einer Steganlage erschlossen werden“

Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Wählergemeinschaft hatten ergänzend zum Thema Hochwasserrückhaltebecken noch einen Prüfantrag vorgelegt, dem das Parlament folgte.

Danach soll der Gemeindevorstand in Erfahrung bringen, inwieweit im südlichen Teil des geplanten Bauwerkes ein Feuchtbiotop für Amphibien und andere wassernahe Lebewesen integriert werden kann.

Dieser Teil der Anlage solle der Naherholung dienen und „zum Zwecke der Bio-Pädagogik möglichst mit einer Steganlage erschlossen werden“, heißt es.

Geprüft werden soll zudem, ob für das Biotop Ökopunkte generiert werden können und was die Umsetzung dieses Vorhabens kosten würde.

Im Vorfeld der Entscheidung zum Prüfantrag hatte sich an der Anlage des Feuchtbiotops eine hitzige Debatte entzündet.

Biotop müsse von der Naturschutzbehörde genehmigt werden

Während Grüne und WGH meinten, dass das Habitat im Zuge der ohnehin stattfinden Bauarbeiten schnell angelegt sei, hielten SPD und CDU dagegen, dass über den Antrag in seiner Ursprungsvariante wegen formaler Fehler nicht abgestimmt werden könne.

Unter anderem monierten sie, dass Angaben zu den Kosten fehlten. Die beantragenden Fraktionen nutzten eine Sitzungsunterbrechung um ihr Anliegen zu konkretisieren.

Laut dem Experten vom Planungsbüro sei es nicht möglich, mal eben mit der Baggerschaufel eine Vertiefung auszuheben. Ein Biotop müsse von der Oberen Naturschutzbehörde genehmigt werden.

Dagegen entkräftete er die Befürchtungen der CDU, wonach ein solches Gewässer aus Sicherheitsgründen einzuzäunen sei. (Antje Thon)

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