Sicherheit im Wald

Zweckverband Naturpark Habichtswald erfasst Infrastruktur für mehr Sicherheit

Wenig später passierten Wanderer die Stelle: Dicke Äste einer Buche stürzten im September 2020 auf eine Wanderbrücke im Firnsbachtal.
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Wenig später passierten Wanderer die Stelle: Dicke Äste einer Buche stürzten im September 2020 auf eine Wanderbrücke im Firnsbachtal.

Alte Buchen stellen für den Naturpark Habichtswald zunehmend ein Problem dar. Im Umfeld von Hütten, Bänken und Rastplätzen ist der Zweckverband in der Pflicht, für die Verkehrssicherheit zu sorgen.

Wolfhager Land – Das sagte jetzt Jürgen Depenbrock, Geschäftsführer des Zweckverbandes Naturpark Habichtswald. Neben den Fichten leiden seit zwei Jahren verstärkt auch Buchen unter Trockenstress. Betroffen sind Bäume ab etwa 100 Jahren.

Die Niederschläge reichen kaum an deren lange Wurzeln heran. Die Folge sind absterbende Kronen und Äste, die jederzeit auf den Boden stürzen können. Auf Wanderwegen liegt die Verantwortung beim Wanderer selbst. Im Umfeld von Wegweisern, Tafeln und Hütten ist das anders.

474 Quadratkilometer analysieren

Wenn dort Menschen zu Schaden kämen, könnte der Zweckverband dafür verantwortlich gemacht werden. „Deshalb reagieren wir sofort, wenn Gefahr in Verzug ist“, sagt Depenbrock, der an einer gemeinschaftlichen Lösung mit den Waldbesitzern interessiert ist.

Weil sich das Problem weiter verschärfen dürfte, soll nun die Infrastruktur innerhalb der nächsten drei Jahre inventarisiert werden. Sobald sich die Personalsituation etwas entspanne, so Depenbrock, gehe es los. Über ein Geoinformationssystem (GIS) soll das gesamte Inventar des 474 Quadratkilometer großen Naturparks erhoben und analysiert werden.

Bewertung per Ampelsystem

Nach einem Ampelsystem werde jede Hütte, jede Tafel und jeder Parkplatz hinsichtlich verschiedener Kriterien bewertet. Einer dieser Kennwerte ist die Verkehrssicherheit. Es wird ermittelt, ob und mit welcher Dringlichkeit gehandelt werden müsse, sagt Depenbrock.

In den vergangenen 50 Jahren seien mehr als 90 Hütten im Naturpark Habichtswald aufgebaut worden. Die Zahl der Ruhebänke schätzt er auf etwa 1000.

Das Thema erfahre nicht allein aufgrund des schlechten Zustandes der Buchen eine Brisanz. Mit der Coronakrise hätten mehr Menschen die Natur für sich entdeckt. Und je mehr Besucher in den Wald gehen, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass herabstürzende Äste irgendwann auch Personen treffen. (Antje Thon)

Einer der kleineren Parks in Deutschland

Der Naturpark Habichtswald zählt mit seinen 474 Quadratkilometern zu den kleineren Naturparken in Deutschland. Gegründet wurde er im Jahr 1962, Teile von Landkreis und Stadt Kassel sowie des Schwalm-Eder-Kreises gehören zum Naturpark. Kulturgeschichtlich bedeutsam sind neben dem Bergpark Wilhelmshöhe einige Burgen und Schlösser, die teilweise nur als Ruinen vorhanden sind. Höchste Erhebung ist das Hohe Gras mit 615 Metern. 

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