Landkreis und Ärzte appellieren ungenutzte Termine abzusagen

Lange Wartezeiten: Impfwillige melden sich parallel beim Arzt und im Impfzentrum an

Weil es über das Impfportal des Landes Hessen zu lange dauert, melden sich Impfwillige zeitgleich beim Hausarzt an.
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Weil es über das Impfportal des Landes Hessen zu lange dauert, melden sich Impfwillige zeitgleich beim Hausarzt an.

Wenig Impfwillige im Impfzentrum in Calden: Das war vergangene Woche ein Bild, dass sich dort bot. Gab es nicht genügend Impfstoff oder waren zu wenig Termine vergeben worden?

„Ende März seien die Phasen zwischen der Erst- und Zeitimpfung angepasst worden - daher die Überarbeitung des Vergabesystems. Trotzdem gebe es auch Menschen, die trotz eines Termins gar nicht erst in Calden erscheinen würden, berichtet Kühlborn weiter. Ein Grund dafür könne sein, dass manche zweigleisig fahren – sich für das Impfzentrum registrieren und einen Termin beim Hausarzt parallel ausmachen.

„Dadurch, dass die Terminvergabe über den zentralen Impftermin-Service des Landes in Teilen katastrophal läuft, wäre so ein Vorgehen der Menschen gut nachvollziehbar“, sagt Kühlborn. Personen, die bei dem Impftermin-Service registriert sind, aber teilweise seit acht Wochen auf einen Termin warten, würden wohl eher die Alternative beim Hausarzt ins Auge fassen.

Dafür hat der Zierenberger Hausarzt Dr. Dirk Wetzel Verständnis. Allerdings bittet er dringend darum, dass Patienten, die einen Termin in den Praxen erhielten, unbedingt im Impfzentrum stornieren. So könne man anderen eine Impfung ermöglichen. Die Impfzentren spielten weiter eine wichtige Rolle. Er habe mittlerweile eine Warteliste mit Hunderten von Patienten, die allesamt innerhalb der Priorisierungsvorgaben berechtigt seien. In den Hausarztpraxen stoße man aber personell und was die Impfstoffmenge betreffe an Grenzen. Kreissprecher Kühlborn bekräftigt diese Aussage: „In den Zentren kann pro Tag eine viel größere Zahl an Impfungen verabreicht werden, als in den Hausarztpraxen. Natürlich nur dann, wenn auch genügend Impfstoff zur Verfügung steht.“

Derzeit werde in den Praxen Biontech verimpft, in der kommenden Woche gebe es auch Astrazeneca, so Wetzel. Patienten zeigten wenig Vorbehalte in Bezug auf den Impfstoff. Das spiegelt sich offenbar auch im Impfzentrum Calden wider. „Die Zahl der Astrazeneca-Impfverweigerer in Calden hält sich mit rund fünf Prozent in Grenzen“, so Kühlborn.

Wer sich gleichzeitig im Impfportal und beim Hausarzt angemeldet hat, sollte umgehend stornieren, wenn es an einer der beiden Stellen mit einer Impfung geklappt hat. Im hessischen Impfportal ist dies möglich über die Homepage impfterminservice.hessen.de und telefonisch unter 06 11/50 59 28 88 oder 116 117. Abmeldungen sind auch beim Landkreis Kassel möglich unter der Mailadresse: iz-koordinierung@landkreiskassel.de (Bea Ricken und Nela Müller)

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