Sternmarsch und Schweigen

Zweiter Jahrestag der Ermordung Dr. Walter Lübckes

Gedenken an Walter Lübcke: Schüler der gleichnamigen Wolfhager Schule hielten gestern gemeinsam mit der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ einen Aktionstag in Wolfhagen und Kassel ab.
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Gedenken an Walter Lübcke: Schüler der gleichnamigen Wolfhager Schule hielten gestern gemeinsam mit der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ einen Aktionstag in Wolfhagen und Kassel ab.

Zum zweiten Jahrestag der Ermordung von Regierungspräsident Walter Lübcke fand ein Aktionstag unter dem Motto „Demokratie in Bewegung“ statt.

Wolfhagen/Kassel – Zum zweiten Jahrestag der Ermordung von Regierungspräsident Walter Lübcke veranstalteten Lehrer und Schüler der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule gestern in Zusammenarbeit mit der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ einen Aktionstag unter dem Motto „Demokratie in Bewegung“. Bevor sich an die 50 Jugendliche auf den Weg nach Kassel machten, um mit einem Sternmarsch vom Regierungspräsidium zur Martinskirche an Lübckes Wirken als Regierungspräsident und Befürworter einer vielfältigen und offenen Gesellschaft zu erinnern, versammelten sie sich am Wolfhager Marktplatz zu einer Kundgebung mit Schweigeminute.

„Die Walter-Lübcke-Schule kann am Todestag von Walter Lübcke nicht nichts machen“, begründet Schulleiter Ludger Brinkmann das Engagement in einer Zeit, „in der das gesellschaftliche Miteinander zunehmend rauer und roher geworden ist und demokratische Werte bei manchen Menschen nicht mehr so hoch im Kurs stehen“. Das sei an der Wolfhager Schule keine Eintagsfliege, sondern eine Daueraufgabe. „Wir haben uns ganz bewusst für die Umbenennung unserer Schule eingesetzt und sehen dies klar als Prozess“, stimmt Schulsprecher Linus Bubel zu, dem es wichtig ist, für demokratische Werte einzustehen. „Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass wir als Schule für Demokratie und gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze stehen, und das nicht nur an Tagen wie diesen, sondern Tag für Tag.“

Linus Bubel: Schulsprecher

Eine Einstellung, für die Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake anerkennende Worte findet: „Allein die Umbenennung ist ein klares Bekenntnis, für was die Schule steht, und ich kann daher nur danken, dass sich hier einer wichtigen Aufgabe angenommen wurde.“

Pfarrerin der Evangelischen Kirche, Kathrin Wittich-Jung, zieht aus dem Engagement Mut und Hoffnung: „Wir stehen hier gemeinsam für Demokratie und die Würde jedes einzelnen Menschen, wir sind da und wir bleiben da – für Offenheit und Vielfalt.“ (Sascha Hoffmann)

Wolfhager Schule steht für Demokratie 

Am 2. Juni 2019 wurde Walter Lübcke in Istha von einem Rechtsextremisten ermordet. Lübcke stand für eine offene und vielfältige Gesellschaft, wie die Wolfhager Schule, die seit September 2020 den Namen des ehemaligen Regierungspräsidenten trägt. Die Umbenennung erfolgte auf Anregung der Schüler mit großer Zustimmung von Lehrern und Eltern. Sie steht für ein klares Zeichen für Demokratie und gegen menschenfeindliche Ideologien. walter-luebcke-schule.de 

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