In der Wolfhager Kreisklinik wird über die Weihnachtsfeiertage voll gearbeitet

Arbeiten unterm Lichterhimmel: Karin Herchenröder (links) und ihre Kollegin Roswita Tadler. Fotos: S. Hoffmann

Wolfhagen. Im Job einfach mal einen Gang zurückschalten, nur weil gerade Weihnachtszeit ist, das kommt für Karin Herchenröder und Roswita Tadler nicht in Frage. Beide arbeiten in der Pflege der Wolfhager Kreisklinik und gehen ihrem Dienst nach, wie zu allen anderen Zeiten des Jahres auch. „Die Patienten suchen sich schließlich nicht aus, wann sie erkranken", sagt Herchenröder, die seit 25 Jahren als Krankenpflegerin arbeitet und gut damit leben kann, auch über die Feiertage im Einsatz zu sein.

„Wir werden uns im Kollegium immer schnell einig, wer an Weihnachten oder Silvester arbeitet - wir haben da unseren ganz persönlichen Wunschzettel, auf dem wir uns frühzeitig eintragen“, sagt die 44-jährige Naumburgerin. Die Zahl der Mitarbeiter werde an den Feiertagen nicht heruntergestuft, die Besetzung sei die eines ganz gewöhnlichen Wochenendes.

„Natürlich haben wir hübsch dekoriert.“

Ganz so wie immer ist der Dezember in der Kreisklinik bei genauerem Hinsehen dann aber doch nicht. Im Besucherraum leuchtet ein Engel munter vor sich hin, in den lange Krankenhausgängen zieren Lichtergirlanden die Decken und kleine Weihnachtsbäume die Wartebereiche. Dass die Patienten zumindest ein wenig festliche Stimmung mitbekommen, liegt dem Klinikteam nämlich sehr am Herzen. „Natürlich haben wir hübsch dekoriert, außerdem besuchen die Klinikleitung und ich die Menschen auf ihren Zimmern“, sagt Pflegedienstleiterin Kathy Mehler. Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) schaue ebenfalls gemeinsam mit der Wolfhager Märchenprinzessin vorbei, der Posaunenchor sorge für musikalische Feststimmung. „Das kommt gut an, die Patienten sind sehr dankbar, ob jung oder alt“, weiß die 49-Jährige.

Klischee stimmt nicht

Das sich wacker haltende Klischee von über die Feiertage abgeschobenen Senioren kann die Bad Arolserin nicht bestätigen. „Diese Situation, von der man immer wieder hört, gibt es so nicht mehr, für pflegende Angehörige gibt es längst andere Möglichkeiten, einmal durchzuatmen.“ Stattdessen beobachte sie verstärkt Besuche von Angehörigen, die über die Feiertage ihre Lieben im Krankenhaus mit Geschenken überraschen. „Vasen sind uns aber noch nie ausgegangen“, sagt Roswita Tadler, beliebter als Blumen seien nämlich süße Leckereien als Mitbringsel. Solche genehmigt sich die 24-Jährige derzeit auch selbst gern einmal zwischendurch, wenn im Schwesternzimmer ein Teller Weihnachtsgebäck steht, um die Pause zu versüßen.

Die Patienten dürfen sich zum Fest ebenfalls über manch kulinarische Besonderheit aus der Küche freuen. „Da kommen schon einmal Dinge auf den Teller, die es sonst nicht gibt“, verrät Tadler. Die Küche gebe sich große Mühe, sogar die sonst triste, weiße Serviette werde gegen eine farbenfrohe Variante getauscht. Spätestens dann weihnachtet es auch in der Wolfhager Kreisklinik, in der ansonsten die Arbeit weiterläuft wie zu allen anderen Zeiten des Jahres auch.

Von Sascha Hoffmann

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