Im Wolfhager Land kein Verbot für Zirkusse mit Wildtieren

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Vorstoß für Wildtierschutz: Wenn es nach SPD und Grünen geht, sollen Zirkusse, die mit bestimmten Tierarten auftreten, in Kassel bald nicht mehr gastieren dürfen.

Wolfhagen. Zirkusse, die in Kassel zu Gast sind und mit bestimmten Tierarten auftreten, sollen ihre Zelte bald nicht mehr dort aufschlagen dürfen. Im Wolfhager Land gibt es keine Beschränkungen.

Ein entsprechendes Verbot fordert ein Antrag von SPD und Grünen in der Stadtverordnetenversammlung. Damit sollen Affen, Elefanten, Nashörner, Großbären, Flusspferde und Giraffen geschützt werden. Aber auch der Mensch soll von dem Verbot profitieren und vor Angriffen als gefährlich eingestufter Tiere geschützt werden.

In Wolfhagen gibt es derartige Einschränkungen für Zirkusbetreiber noch nicht, sagt eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes auf HNA-Anfrage. Man habe über eine Regelung noch nicht nachgedacht, aber auch keine schlechten Erfahrungen mit Wildtieren gemacht. Außerdem kämen nur kleine Zirkusse mit wenigen Tieren, die von dem Vorstoß nicht betroffen seien, sagt sie.

Ähnlich ist es in Zierenberg. Auch dort gibt es keine Regelung, sagt Liegenschaftssachbearbeiter Markus Rose. Auch hier treten nur kleinere Zirkusse auf. „Außerdem wollen wir seit dem vergangenen Zirkusauftritt auf dieses kulturelle Ereignis erst einmal verzichten“, erklärt er. Im März hatte ein gastierender Zirkus den Festplatz in Oberelsungen in beklagenswertem Zustand hinterlassen und war nachts abgereist, woraufhin der Platz mit der hinterlegten Kaution erneuert werden musste.

Private Flächen 

Auch in der Gemeinde Bad Emstal gebe es keine Regelung, sagt Wolfgang Fischer, Leiter des Ordnungsbehördenbezirkes. Heutzutage gingen die Zirkusse eher zu Landwirten und suchten private Flächen, auf denen sie stehen könnten. „Damit will man vielleicht Verträge mit der Kommune oder Kautionen umgehen“, vermutet Fischer.

In Breuna „hatten wir seit einigen Jahren keinen Zirkus mehr zu Gast“, sagt Walter Schmand, Hauptamtsleiter der Gemeinde. „Wir müssen sehen, wie sich der Gemeindevorstand äußert, wenn sich das nächste Mal ein Zirkus ankündigt. Ich kann mir vorstellen, dass das ein Thema sein könnte.“

„Elefanten, die Handstand machen oder Tiger, die durch brennende Reifen springen - das ist Tierquälerei und muss endlich der Vergangenheit angehören.“

Dass das Verbot im Landkreis Kassel offenbar noch kein Thema ist, bestätigt auch Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises. „Falls es aber eine solche Zirkusanfrage gäbe, würden wir den Kommunen empfehlen, ähnlich zu handeln“, sagt er. Das Ansinnen des Verbotes werde auch vom Veterinäramt unterstützt.

Hintergrund des Vorstoßes ist unter anderem ein Zwischenfall in Kassel, bei dem im Jahr 2009 eine Bärin einen Polizisten angegriffen hatte und erschossen worden war.

Auch die Kasseler Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Nicole Maisch begrüßt den Vorstoß. „Elefanten, die Handstand machen oder Tiger, die durch brennende Reifen springen - das ist Tierquälerei und muss endlich der Vergangenheit angehören“, sagt sie. Solchen Zirkussen keine Genehmigung für das Gastieren auf öffentlichen Flächen zu erteilen, begrüße sie ausdrücklich.

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